Norddeutscher Ökostrom für Hamburg

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion.
Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion.

shz.de von
23. Mai 2018, 00:32 Uhr

Der Wirtschaftsrat der CDU hat jüngst zur Diskussion über die Nutzung von erneuerbarer Energie aus Schleswig-Holstein in die Metropolregion Hamburg eingeladen. Doch das Streitgespräch im Pinneberger Hotel Cap Polonio kam nicht so recht in Gang. Den 20 eingeladenen Gästen, meist Unternehmensvertreter, fehlte es an Informationen, um einen faktenbasierten Disput führen zu können.

Die Stimmung auf dem Podium war spürbar angespannt. Martin Grundmann, Geschäftsführer der Arge Netz GmbH & Co. KG aus Husum, berichtete, dass Schleswig-Holstein genügend erneuerbare Energie für die Metropolregion habe. Es müssten aber eine Infrastruktur sowie Speicher oder Umwandlungsmöglichkeiten geschaffen werden, um den schwankenden Bedarf sicherstellen zu können.

Ulrike Sparr, Sprecherin für Umwelt und Energie, der Grünen-Bürgerschaftsfraktion in Hamburg, erläuterte ihre Sicht der Dinge, die allerdings nicht deckungsgleich mit den Ansätzen von Pieter Wasmuth, dem Generalbevollmächtigter der Vattenfall GmbH in Hamburg, sind. Wasmuth bemängelte, dass die Politik in Hamburg, zu lange brauche, um sich für eine Gangart zu entscheiden. Wobei er als Beispiel das immer noch laufende Kraftwerk in Wedel nannte, dass gut 100 000 Haushalte in Hamburg mit Fernwärme versorge. Das aber spätestens in vier Jahren endgültig vom Netz gehen soll.

Vattenfall werde mit oder ohne die Hansestadt, die als Gesellschafter 25,1 Prozent am gemeinsamen Ernergienetz   hält, die Planung des Energietransfers, Investionen und Möglichkeiten der bestehenden Kraftwerke ausloten. Wobei es Vattenfall dabei um Erträge, und nicht um eine schwarze Null gehe. Hier schienen die Positionen zwischenzeitlich verhärtet, wie man als Zuschauer in manchem Nebensatz raushören konnte.

Ann-Kathrin Tranziska, Landesvorsitzende der Grünen in Schleswig-Holstein, sagte, sie sei in erster Line daran interessiert, das Kraftwerk Wedel so schnell wie möglich abzuschalten und das Thema „erneuerbare Energie“ und deren Transfer- und Speichermöglichkeiten weiter voranzutreiben. Nach gut zwei Stunden ging die Veranstaltung zu Ende. Gewiss ist der gemeinsame Wille, das Kraftwerk in Wedel abzuschalten.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen