Pinneberg : Nordbahn: Die SPD fordert Besserung

Jetzt auf der Strecke Hamburg-Itzehoe: die Nordbahn.
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Jetzt auf der Strecke Hamburg-Itzehoe: die Nordbahn.

Pinneberger Sozialdemokraten kritisieren Bahnverbindung. Pressesprecher von Nah.SH: „Fahrpläne werden sich vorerst nicht ändern“.

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22. Januar 2015, 16:00 Uhr

Pinneberg | Drei Minuten. So lange dauert der Halt einer Bahn durchschnittlich an einem Bahnhof wie Pinneberg. Drei Minuten zu lange, zumindest für Langstreckenzüge zwischen Kiel und Hamburg wie der Regionalexpress der Deutschen Bahn. Sie halten seit dem 14. Dezember vergangenen Jahres nur noch vereinzelt in der Kreisstadt. Mit der Fahrplanänderung und der neuen ausführenden Verkehrsgesellschaft, der Nordbahn, sind viele Pinneberger Pendler unzufrieden. Jetzt schaltet sich auch die Pinneberger SPD-Fraktion ein.

In einer Pressemitteilung fordern die Sozialdemokraten die Stadtverwaltung dazu auf, gemeinsam mit der schleswig-holsteinischen Landesregierung eine Lösung zu finden. „Wir sind unzufrieden mit der Bahnsituation und den Zugverbindungen ab dem Pinneberger Bahnhof“, sagt Pressesprecher Herbert Hoffmann.

„Nicht nur dass die Züge der Nordbahn verspätet ankommen. Sie sind absolut überfüllt und können in Pinneberg kaum noch Reisende aufnehmen“, heißt es weiter. SPD-Fraktionsvorsitzende Angela Trabold ist selbst Pendlerin und sagt: „Anfangs reagierten die Betroffenen noch mit Geduld und Unzufriedenheit, wer heute zu den Stoßzeiten nach Hamburg muss, der kann erleben, dass daraus Zorn und blanke Wut geworden sind.“ Außerdem seien abendliche Zug-Angebote ab dem Hamburger Hauptbahnhof „einfach gestrichen worden“, so Trabold.

Die derzeitige Situation schade auch der Stadt. „Pinneberg verliert dadurch an Attraktivität und wird zunehmend vom Bahnverkehr abgehängt“, sagt Trabold. Was sagt die Stadtverwaltung? „Die zahlreichen Beschwerden, die bei uns eingehen, zeigen, dass es dringenden Handlungsbedarf gibt. Letztlich trifft aber das Land – unter Abwägung aller landesweit zu berücksichtigenden Belange – eine Entscheidung“, sagt Bürgermeisterin Urte Steinberg. Trotzdem wolle sie alle Hebel in Bewegung setzen. Sie habe und werde sich für mehr Bahnhalte stark machen. Dazu zählten Gespräche mit der Landesverkehrsgesellschaft, mit dem Ministerpräsidenten und dem Wirtschaftsstaatssekretär. „Im Februar werde ich ein erneutes Gespräch mit dem Geschäftsführer der Landesverkehrsgesellschaft Nah.SH führen“, so Steinberg.

Nah.SH ist für die Taktung als auch das Platzkontingent zuständig. Dennis Fiedel, Pressesprecher von Nah.SH, erklärt: „Ziel beim neuen Fahrplan war es, Lang- und Kurzstreckenfahrer voneinander zu trennen. Der neue Fahrplan hat eine Reihe von Verbesserungen vor allem zwischen Kiel und Hamburg und zwischen Flensburg und Hamburg gebracht“, sagt er. „Es ist aber auch richtig, dass die Anzahl der in Pinneberg haltenden Züge dadurch verringert wurde“, räumt Fiedel ein.

Verkehrsverträge für elf Jahre geschlossen

„Drei Minuten pro Halt hören sich wenig an, schlagen sich aber auf den gesamten Fahrplan nieder“, erklärt er die gestrichenen Halte. Eine Änderung des Fahrplans sei auch deswegen derzeit nicht vorgesehen. Platz gäbe es genug: „Die Sitzplatzkapazitäten der Nordbahn-Züge nach Hamburg liegen, wenn alle Fahrzeuge ab März eingesetzt werden können, um etwa 600 Plätze höher als bei den vorherigen Regionalbahnen. Für die in Pinneberg einsteigenden Fahrgäste stehen dann deutlich mehr zur Verfügung als vor dem Wechsel.“

Ob die Gespräche zwischen Stadt und Landesverkehrsgesellschaft fruchten werden oder nicht, eines ist sicher: Die Pinneberger müssen sich an die Nordbahn gewöhnen. „Die Verkehrsverträge wurden für elf Jahre geschlossen“, sagt Fiedel.

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