Nordbahn : Noch rollt es nicht rund

Die Pendlerin Silke Behn ist unzufrieden mit der Bahn. „In dem einen Monat seit dem sie fährt, kam es erst einmal vor, dass sie pünktlich war. Einen Sitzplatz bekommt man so gut wie nie“, sagt die Appenerin.
Die Pendlerin Silke Behn ist unzufrieden mit der Bahn. „In dem einen Monat seit dem sie fährt, kam es erst einmal vor, dass sie pünktlich war. Einen Sitzplatz bekommt man so gut wie nie“, sagt die Appenerin.

Seit dem 14. Dezember gilt der neue Fahrplan, mit dem sich einiges änderte. Unternehmen erweitert nun sein Serviceangebot.

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16. Januar 2015, 12:00 Uhr

Pinneberg | Seit einem Monat fährt die Nordbahn auf den Gleisen im Kreis Pinneberg. Vor allem für die Pendler bedeutet das auch: Ein Monat überfüllte Bahnen, Verspätungen und – gezwungenermaßen – das Umsteigen auf die S-Bahn. Kein guter Start für die Nordbahn, die der Hamburger Hochbahn AG, der AKN Eisenbahn AG und der Verkehrsgesellschaft des Landes Schleswig-Holstein (Nah.SH) gehört. Zum 14. Dezember vergangenen Jahres wurde nicht nur der Fahrplan geändert, sondern auch die Regionalbahnverbindungen. Seither ist dafür nicht mehr die Deutsche Bahn (DB), sondern die Nordbahn zuständig. Immer wieder wird Kritik an der neuen Bahnverbindung laut: Schlecht getaktet, unglückliche Fahrplanverbindungen und Verspätungen. Auch Pendlerin Silke Behn ist genervt. Wer warten muss, erhalte kaum Infos. „Es gibt keine Durchsagen am Bahnhof und auch die App der Deutschen Bahn zeigt die Verspätungen nicht an“, ärgert sie sich. Das soll sich bald ändern: Die Sprecherin der Nordbahn, Marion Saß, sagt auf Anfrage dieser Zeitung: „Auf der Homepage der Nordbahn sind Verspätungen seit Mittwoch einsehbar.“ Und auch per App sollen die Kunden bald informiert werden, wenn sich der Zug verspätet: „Echtzeit-Daten, die auf der App der DB zu sehen sind, sollen Ende Januar folgen. Bisher fehlte eine Verknüpfung mit der Deutschen Bahn.“

Persönliche Bilanz der Pendlerin Behn: „Die Situation hat sich massiv verschlechtert.“ Seit zehn Jahren pendelt sie zwischen Pinneberg und Hamburg. „Ich glaube, dass es vielen Pendlern so geht, dass sie um 8 Uhr auf der Arbeit sein müssen. Jetzt fährt die Bahn um 7.36 Uhr, pünktlich bei der Arbeit schaffe ich es so nie“, sagt die 51-Jährige. „Außerdem fährt jetzt nur noch einmal, statt vorher zweimal pro Stunde eine Bahn zum Hauptbahnhof.“ Aber nicht nur der neue Fahrplan stimmt die Appenerin missmutig: „Ich habe es bisher erst einmal erlebt, dass die Bahn pünktlich da ist“, sagt Behn.

 

Die Züge seien – gerade zu den Stoßzeiten – sehr voll. „Einen Sitzplatz bekommt man eigentlich nie“, sagt Behn. „Manche Leute sind sogar wieder umgedreht und auf die S-Bahn ausgewichen, als sie sahen wie voll die Nordbahn ist und nicht reinkamen.“ Behn weiß zwar davon, dass das Unternehmen auf Züge wartet, die derzeit für Anfang März angekündigt sind und die Nordbahn dann verlängern sollen. Eine deutliche Verbesserung erwartet sie nicht: „Selbst wenn sie doppelt so lang sind, ist noch zu wenig Platz. Die Züge der DB waren Doppeldecker – da war es schon schwer einen Platz zu bekommen“, sagt sie. Saß weist darauf hin, dass die Nordbahn weder über die Taktung noch über das Platzkontingent entscheide. Die Zuständigkeit liege beim Land.

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