Moorrege : Noch kein klares Meinungsbild

Das AmtsgebäudeMoorrege: Dort könnte bald ein Amtsdirektor das Sagen haben.
Foto:
1 von 2
Das AmtsgebäudeMoorrege: Dort könnte bald ein Amtsdirektor das Sagen haben.

Umstrukturierung des Amts Moorrege: Unterschiedliche Auffassungen der Bürgermeister.

shz.de von
01. Juni 2014, 15:00 Uhr

Moorrege | Zumindest sind sich alle einig, dass sie weiter vom Amt Moorrege verwaltet werden wollen. Allerdings gibt es über die Notwendigkeit einer Strukturreform bei den Bürgermeistern der einzelnen Mitgliedsgemeinden ganz unterschiedliche Auffassungen.

Im Gespräch ist wie berichtet ein Wechsel von der ehrenamtlichen zur hauptamtlichen Verwaltung. Dadurch würde der derzeitige Leitende Verwaltungsbeamte (LVB) Rainer Jürgensen zum Amtsdirektor, ein Posten der ihm zusätzliche Befugnisse und eine höhere Besoldungsgruppe einbringt. Im Gegenzug müsste der ehrenamtliche Amtsvorsteher Walter Rißler (CDU) Aufgaben abgeben und würde außerdem weniger verdienen. Jürgensen wäre anstatt Rißler offiziell Chef der Verwaltung.

Ein Modell, das Appens Bürgermeister Hans-Joachim Banaschak (CDU) begrüßt. „Es geht darum, das Amt so aufzustellen, dass es auch in Zukunft erhalten bleibt“, sagt Banaschak. Er will durch die Installierung möglichen Bestrebungen der Landesregierung entgegenwirken, das Amt zu zerschlagen. Der Appener Bürgermeister befürchtet, dass Appen dann schlimmstenfalls von Uetersen oder Pinneberg verwaltet wird. Dieses für das auf seine Eigenständigkeit pochende Appen wenig attraktive Szenario wäre bei einer hauptamtlichen Verwaltung weniger wahrscheinlich als bei einer ehrenamtlichen, glaubt der Bürgermeister.

Heists Gemeindeoberhaupt Jürgen Neumann (CDU) würde die Einführung eines Amtsdirektors ebenfalls begrüßen. Jürgensen hätte dann noch bessere Möglichkeiten, sein Netzwerk auf Landesebene zu nutzen. Zudem seien dem Ehrenamt Grenzen gesetzt. Deshalb ist es aus Neumanns Sicht sinnvoll, die rechtliche Verantwortung auf einen hauptamtlichen Verwaltungschef zu übertragen. Der Heistmer Bürgermeister stellt aber auch klar, dass Rißler aus seiner Sicht hervorragende Arbeit leistet und eine Reform „auf keinen Fall mit dem Hammer durchgezogen wird“. Es müsse eine einvernehmliche Lösung her, mit der alle Beteiligten leben können.

Ute Ehmke (Wählergemeinschaft GuB’82), Bürgermeisterin der Gemeinde Groß Nordende, erklärte, dass sie grundsätzlich nicht abgeneigt sei, die Strukturen des Amts zu ändern. „Wir müssen uns so aufstellen, dass wir Bestand haben“, so Ehmke. Sie betonte, dass die Diskussion aber noch nicht abgeschlossen sei.

Heidgrabens Bürgermeister Udo Tesch (SPD) hat sich noch keine abschließende Meinung gebildet. Er sieht allerdings keine Veranlassung, etwas übers Knie zu brechen, und stellt fest, dass die Arbeit des Amts auch jetzt funktioniert.

Moorreges Bürgermeister Karl-Heinz Weinberg (CDU) hält die Diskussion zum derzeitigen Zeitpunkt für unglücklich. „Der Amtsvorsteher ist schließlich erst vor einem Jahr für fünf Jahre gewählt worden“, so Weinberg. Die Installierung eines Amtsdirektors kommt aus seiner Sicht erst nach Ablauf der Legislaturperiode in Frage.

Lediglich Neuendeichs Gemeindeoberhaupt Reinhard Pliquet (SPD) wollte sich zu dem Thema gar nicht äußern.
 

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen