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Pinneberger Tageblatt

20. September 2017 | 09:41 Uhr

Nistkästen-Alarm in der Sitzung

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

AusschussHarm Kähler ist sauer über Baumschädigung durch Unbekannte / Bauhofmitglieder diskutieren weitere Themen

shz.de von
erstellt am 06.Sep.2017 | 20:00 Uhr

Besonders ein Gemüt hat sich erhitzt während der Sitzung des Bau-, Umwelt- und Wegeausschusses am Montagabend in der Borstel-Hohenradener Grundschule: Harm Kähler (FWD) war erschüttert über die falsche Anbringung von Nistkästen an jungen Bäumen im Bereich des Spielplatzes am Grotenkamp. Die noch dünnen Stämme seien durch die angeschraubten Kästen zu sehr belastet: „Eine alte Eiche steckt das vielleicht weg, aber das geht hier mitten durch den Terminaltrieb“, ereiferte sich Kähler. Besonders ärgerte ihn, dass die Nistkästen ohne Rücksprache an den Bäumen angebracht worden seien und man entsprechend auch nicht wisse, wer dafür verantwortlich ist. „Das ist genau genommen Beschädigung von Gemeindeeigentum“, sagt Kähler.


Aufruf: Die Schrauben müssen raus


Der Ausschuss unter dem Vorsitz von Norbert Landahl -von Kalben (SPD) beschloss einen Aufruf: Wer die Nistkästen aufgehängt hat, wird dazu aufgefordert, sie bis Ende September abzuhängen oder sachgemäß zu befestigen. „Richtig wäre es, sie um den Stamm zu binden, zum Beispiel mit Draht. Dazu gehört dann aber ein Kambiumschutz, also ein Rindenschutz gegen Einwachsen. Das kann zum Beispiel ein Stück Wasserschlauch sein“, so Kähler. Würde sich in dieser Sache nichts tun, behielte er sich vor, eine Anzeige wegen Sachbeschädigung zu erstatten und – sollte man die Verantwortlichen finden – ihm die Kosten für die Entfernung der Kästen zu übertragen. „Das ist schade, weil die Kästen eigentlich sehr schön sind“, so Kähler. Die Brutsaison sei bereits vorbei, so dass keine Vogelfamilie durch das Abhängen obdachlos werden dürfte.


Neuanschaffungen für den Bauhof


Bei der Sitzung war auch Bauhofleiter Rüdiger Schmidt nebst Kollegen anwesend. Grund: Man hatte die Anschaffung eines neuen Pritschenfahrzeuges und eines neuen Aufsatzes für den Laubsauger beantragt. Je nachdem, ob es sich um ein Elektroauto oder einen Wagen mit Verbrennungsmotor handelt, koste es laut Verwaltung zwischen 15  000 und 41  000 Euro, für den Laubsaugeraufsatz würden weitere 5000 Euro anfallen. Das war eine heikle Frage, denn die Gemeinde hat aufgrund eines Haushaltsdefizits einen Sperrvermerk auf die Ausgaben gelegt, sprich eine Ausgabensperre, die dann aufgelöst werden müsste. Seitens der SPD-Ausschussmitglieder wurde zunächst nachgehakt: Gründe für den Bedarf hätten im Antrag gefehlt. Schmidt erläuterte, die Nutzung der Fahrzeuge an den unterschiedlichen Stellen durch verschiedene Mitarbeiter sei zunehmend schwer zu organisieren, es käme so oft zu Überschneidungen, dass ein Mitarbeiter bereits sein Privatfahrzeug eingesetzt habe. „Wir sind zu wenig mobil“, sagte Schmidt „Uns ist egal wie alt er ist und welche Marke er hat, aber ein Pritschenwagen wird benötigt.“ Engagierte Unterstützung erhielt er von Henning Münster (CDU): „Der Bauhof wird wissen, was er braucht, um etwas zu bewegen. Es ist ein unhaltbarer Zustand, wenn Angestellte nicht richtig arbeiten können, weil Material fehlt, und dass Privatfahrzeuge eingesetzt werden sowieso.“ Darüber herrschte letztlich Einigkeit. Arndt Kampowsky (FWG): „Wir haben viel investiert in Schule und Kindergarten, an der Infrastruktur zu sparen, wäre falsch.“


Mit positiver Empfehlung in die nächste Instanz


Der Ausschuss winkte schließlich die Anschaffung der Geräte durch. Letztlich wird darüber dann die Gemeindevertretung, die wieder am Mittwoch, 27. September, tagt. Zwar ist damit für Schmidt sehr wahrscheinlich, dass er und seine Mitarbeiter das gewünschte Material bekommen werden, es wird aber noch dauern. Besonders für die Anschaffung des Pritschenwagens hofft man darauf, Gelder durch das geplante Gewerbegebiet nutzen zu können. „Halten sie noch etwas durch?“, fragte Wiebke Dicks (SPD), stellvertretende Bürgermeisterin, die den Bürgermeister Jürgen Rahn (CDU) in der Sitzung vertrat. „Notfalls ja“, antwortete Schmidt. Den Laubsauger schien er aber gern früher gehabt zu haben, denn die ersten Blätter rieseln schon jetzt von den Bäumen.

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