zur Navigation springen
Pinneberger Tageblatt

23. Oktober 2017 | 10:44 Uhr

Niemand will in den Vorstand

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Ortsverein Pinneberg des Schleswig-Holsteinischen Heimatbunds verzichtet auf Vorsitzenden / Mitglieder für kommissarische Lösung

„Es ist eine Schande“, sagten zwei Mitglieder am Sonnabend immer wieder im Cap Polonie. Damit kommentierten sie die Tatsache, dass sich aus der Jahreshauptversammlung des Ortsvereins Pinneberg des Schleswig-Holsteinischen Heimatbunds (SHHB) keine Kandidaten für die vakanten Vorstandsposten zur Wahl stellten. Sie selbst beließen es aber ebenfalls bei Kommentaren und stellten sich nicht zur Wahl.

Wie im Vorjahr fand sich kein neuer Vorsitzender für den Ortsverein Pinneberg des SHHB. Auch die Position des Stellvertreters blieb erneut vakant. Einstimmig wählten die etwa 20 anwesenden Mitglieder erneut Dieter Beig als Schiftführer und Helga Johannsen als Kassenwartin. Diese hatte den Heimatbund bereits seit dem vergangenen Jahr kommissarisch geleitet. Die Positionen der Beisitzer blieben ebenfalls unbesetzt. Karin Peckmann und Erika Leistikow traten am Sonnabend nicht erneut zur Wahl an. Vorschläge aus der Versammlung gab es keine.

„Wir möchten einmal die Meinung der Mitglieder hören, wie es weitergehen soll“, sagte Beig nach der Wahl und stieß damit eine Zukunftsdiskussion an. Er stellte die drei möglichen Varianten vor. „Wir können so weitermachen wie bisher. Frau Johannsen ist bereit dazu“, erläuterte Beig die aktuelle Variante mit der Kassenwartin als kommissarische Vorsitzende zu. Den Vorschlag aus der Versammlung, sie offiziell zur Vorsitzenden zu wählen, wies sie von sich: „Das sind mir zu viele Termine, die vom Landesverband vorgegeben werden.“ Beig ergänzte: „Außerdem fehlt uns dann eine Kassenwartin. Das ist wichtiger.“

Variante zwei wäre indes ein Zusammenschluss mit dem Kreisverband. „Die Bedingungen müssten noch ausgehandelt werden“, sagte Beig. Die möglichen Bedingungen: Aufnahme als Sparte mit eigener Kasse. Als dritte Möglichkeit sprach er von der Auflösung des Vereins. Diese müsste auf einer eigenen Mitgliederversammlung mit drei Viertel der Stimmen den anwesenden Mitglieder beschlossen werden. Doch soweit wird es – vorerst – nicht kommen. Die Mitglieder stimmten für die kommissarische Leitung.

Ein Verein ohne Vorsitzenden? Geht das überhaupt? „Da wir kein eingetragener Verein sind, können wir machen, was wir wollen“, sagte Beig. Das „e.V.“ im Briefkopf der Einladung begründete Beig mit der Zugehörigkeit zum Landesverband: „Der Schleswig-Holsteinische Heimatbund ist ein eingetragener Verein. Wir als Ortsgruppe sind es nicht.“

Wie viele Vorstandsmitglieder mindestens notwendig seien und wie lange die Lösung mit einer kommissarischen Vorsitzenden möglich sei, konnten die beiden verbliebenen Vorstände nicht beantworten. „Das ist nicht festgeschrieben“, sagte Beig und Johannsen ergänzte: „Die kommissarische Leitung sollte aber keine Dauereinrichtung werden.“„Wir hatten Bedenken wegen des Vereins. Gleiche Probleme gab es in Wedel. Da stand der Verein vor der Auflösung“, sagte Harald Schulz, Vorsitzender der Gemeinschaft zur Erhaltung von Kulturgut in Tornesch als Vertreter des Heimatverbands für den Kreis Pinneberg.

Im Anschluss an den offiziellen Teil stellte schließlich der aus Elmshorn stammende Bio- und Journalist Armin Püttger den-Conradt die Naturschutzgebiete im Pinneberger Umland sowie in der Marsch vor.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen