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Nach Sturz aus fünf Metern : Nick aus Ellerbek kämpft sich zurück ins Leben

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Verunglückter Ellerbeker nach Reha wieder zu Hause. Nick, damals neun Jahre alt, stürzte beim Klettern fünf Meter tief und landete mit dem Kopf auf einer Gehwegplatte – ein Trümmerbruch des Schädelknochens war die Folge.

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erstellt am 27.Aug.2015 | 16:30 Uhr

Ellerbek | Das Schicksal der Ellerbeker Familie Athmer berührte die Kreis Pinneberger: Sohn Nick, damals neun Jahre alt, stürzte beim Klettern fünf Meter tief und landete mit dem Kopf auf einer Gehwegplatte – ein Trümmerbruch des Schädelknochens war die Folge. Mutter Heidi verbrachte die vergangenen zehn Monate mit Nick in einer Geesthachter Reha-Klinik, Vater Jochen kümmerte sich außer um seine Arbeit um die drei Brüder und deren Betreuung. Und die kostete Geld.

Als Kreispräsident Burkhard Tiemann, der auch Vorsitzender des Vereins „Gemeinsam – Hilfe für Kinder in Not“ ist, Anfang des Jahres von Nicks Geschichte erfuhr, griff er der Familie mit 2500 Euro aus Mitteln des Vereins unter die Arme. „Der Bericht im Tageblatt und der damit verbundene Spendenaufruf hat Erfolg gezeigt“, berichtete Tiemann kürzlich bei seinem zweiten Besuch in Ellerbek.

Erneut könne der Verein nun die Familie mit 2500 Euro unterstützen. „Ein großer Teil der Summe kommt von den Schlagerfreunden Waldenau“, sagte Tiemann. Deren Vertreterin Iris Höckrich war ebenfalls nach Ellerbek gekommen, um sich von Nicks Fortschritten ein Bild zu machen. „Wir haben vor drei Jahren die Schlagerfreunde Waldenau ins Leben gerufen, um mit einer großen Benefiz-Party pro Jahr Geld für gute Zwecke zu sammeln“, erklärte Höckrich. Alle seien von der Idee, die Ellerbeker Familie zu unterstützen, begeistert gewesen. „Ein schönes Beispiel für eine Initiative von hilfsbereiten Bürgern“, lobte Tiemann das Engagement.

„Wir sind überwältigt, damit hätten wir nie gerechnet“, bedankten sich Jochen Athmer und seine Frau Heidi. Seit dem 12. August seien sie und Nick endlich wieder zu Hause.

Sprechen üben mit dem Computer

„Der Abschied in Geesthacht fiel allerdings schwer, alle Therapeuten dort waren genial“, berichtete Jochen Athmer. Die Wunden vom Einsatz der Platte in den Schädel seien inzwischen gut verheilt, Stück für Stück kämpfe sich Nick ins Leben zurück.

„Am 31. August wird er in der Hamburger Schule Hirtenweg in Othmarschen in die fünfte Klasse eingeschult“, sagte Jochen Athmer. Nick habe die Einrichtung mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung jedoch zunächst abgelehnt. „Als der Rektor ihm dann erklärte, dass es dort auch eine Kletter-AG gibt und sogar schon Rollstuhl-Fahrer aufs Dach des Schulhauses geklettert seien, war er Feuer und Flamme“, sagt Athmer. Nick, der mit am Tisch sitzt, grinst derweil verschmitzt.

Die weitergehenden Behandlungen seien an dieser Schule gewährleistet, in jeder Klasse mit maximal zehn Schülern, seien zudem eine Erzieherin und eine Sonderpädagogin tätig. Transportiert werde Nick über den Landes-Schülerbeförderungsdienst. Inzwischen freue er sich auf den ersten Schultag. „Er soll Schwimm- und Sportzeug mitbringen – und schwimmen klappt ganz prima“, sagt der Vater. Auch mit dem Fahrrad trainiere Nick seine Muskeln: Ein restauriertes Exemplar mit drei Rädern schenkten ihm vor Kurzem Verwandte. „Seinen Humor hat er nicht verloren, er hat immer noch den Schalk im Nacken“, berichtete Athmer. Das Sprachvermögen sei allerdings noch nicht zurückgekehrt. „Je nach Befinden spricht er einzelne Worte, hat aber Schwierigkeiten, Wörter zu finden“, erklärt Mutter Heidi. Mithilfe eines Sprachcomputers trainiere der Zehnjährige täglich. „Im Programm sind auch Schimpfworte – die übt er mit Vergnügen“, sagt die Mutter.

Als Nächstes steht Anfang September eine Untersuchung bevor, auf die sich Nick schon gründlich vorbereitet. „Er will zum Beispiel wissen, ob er tauchen, klettern, Achterbahn fahren, mit dem Flugzeug fliegen oder einen Kopfstand machen darf“, berichtet der Vater. Nach den Prognosen könne Nick voraussichtlich in ein bis zwei Jahren wieder zurück auf eine Regelschule. „Aber das ist nur eine Vermutung“, wissen die Eltern.

Der Verein „Gemeinsam“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, benachteiligte Kinder und Jugendliche im Kreis Pinneberg finanziell zu unterstützen. Schwerpunkt in diesem Jahr wird die Hilfe für minderjährige unbegleitete Flüchtlingskinder. Wer  gezielt Familie Athmer helfen möchte, spendet unter dem Stichwort „Nick“ auf das Vereinskonto bei der Sparkasse Südholstein, IBAN: DE64230510300015037237; BIC: NOLADE21SHO.
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