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Pinneberger Tageblatt

15. Dezember 2017 | 00:05 Uhr

Nicht nur ungesund für’s Konto

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Aktionswoche Wege aus Schulden und Krankheit

Schulden machen krank – und Krankheit macht Schulden. Am Montag, 6. Juni, startet eine bundesweite Aktionswoche, die auf genau diese problematische Wechselwirkung aufmerksam machen soll. Im Kreis Pinneberg zeichnet sich die Arbeiterwohlfahrt (Awo) gemeinsam mit der AOK Nord-West für die Aktion verantwortlich. Deren Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatung bietet zusätzliche Telefonberatungen an (siehe Infokasten). Vor allem aber geht es der Leiterin Mechtild Kuiter-Pletzer darum, für das Thema zu sensibilisieren. „Überschuldung führt zu sozialer Isolation und Ausgrenzung“, sagt sie.

Einmal verschuldet würden viele Menschen den Kopf in den Sand stecken. Sie öffneten keine Briefe mehr, denn es könnten Mahnungen sein. Sie beantworteten keine Anrufe mehr, denn es könnte die Bank sein. Und so wache und wache der Schuldenberg und mit ihm die Hemmungen sich Hilfe zu suchen. Der Ausweg ist für die Betroffenen immer schlechter zu erkennen, so die Expertin. Gleichzeitig würde die Depression immer schlimmer. „Die häufigsten Krankheiten, die mit Schulden einhergehen, sind Depressionen, Burnout und Schlafstörungen“, sagt Michael Ramm, Niederlassungsleiter der AOK Nord-West in Pinneberg. Genauso könne jemand, der schwer krank ist, sich schnell verschulden. Denn langfristige, chronische Krankheiten erhöhten das Risiko des Arbeitsplatzverlustes. „Und das kann jede gesellschaftliche Gruppe treffen“, sagt Ramm. „Besonders wichtig ist, dass die Betroffenen sich möglichst früh Hilfe holen“, ergänzt er. Im Anfangsstadium könne man sowohl bei Depressionen als auch bei den Schulden noch schnell Auswege finden.

Im Kreisgebiet gibt es von der Awo mehrere Schuldnerberatungsstellen. Nach Terminvereinbarung kann sich dort jeder kostenfrei Hilfe holen. Jeder der darauf nicht warten kann, besucht donnerstags die offene Sprechstunde in Elmshorn. Beratung gibt es von 15 bis 17.30 Uhr im Flamweg 42.

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