Neuling schlägt dreifachen Sieger

Das Team Ariane Elmshorn gewann den siebten Rellinger Wellcome-Cup.
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Das Team Ariane Elmshorn gewann den siebten Rellinger Wellcome-Cup.

Team Ariane Elmshorn gewinnt siebten Rellinger Wellcome-Cup / Sport als wichtiges Element zur Integration

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27. Juni 2018, 16:00 Uhr

Die Spieler der Pinneberger Johannes-Brahms-Schule (JBS) waren sich vor dem Anpfiff des siebten Rellinger Wellcome-Cups siegessicher. Dreimal in Folge hatten sie das Turnier gewonnen, das von Thorsten Reimers und Esther Wendland organisiert wurde. Doch der vierte Sieg blieb am Wochenende aus. Der Pokal ging an das Team Ariane Elmshorn, das erstmals teilnahm.

Der Jubel war groß, als die Elmshorner Spieler den Siegerpokal entgegennahmen. Seit sechs Monaten betreut Integrationslotse Mehmet Karakavak vom Elmshorner Männer-Turnverein (EMTV) zusammen mit dem Elmshorner Willkommensteam und dem Fußballverein Gencler Birligi die Spieler aus Afghanistan, Marokko und dem Iran. Dreimal in der Woche wird trainiert. Der Wunsch der Mannschaft ist es, in den Spielbetrieb im Hamburger Fußball-Verband in die Kreisklasse aufgenommen zu werden. „Hierzu sind leider die Rahmenbedingungen noch nicht erfüllt“, sagte Karakavak. Dass seine Spieler kicken können, bewiesen sie mit dem Sieg in Rellingen. Sie ließen in der Abschlusstabelle das JBS-Team, das Team Rellingen, „Die Sterne Uetersen“, den TSV Uetersen und „Kurden Wedel“ hinter sich. Gespielt wurde zweimal sieben Minuten.

„Man sieht, dass Sport verbindet. Daher ist das Turnier eine super Möglichkeit, Menschen zusammenzubringen“, sagte Kerstin Riedel-Walsemann, Flüchtlingsbetreuerin und Freiwilligenkoordination des Diakonievereins Migration, der Asylsuchende und Flüchtlinge in Rellingen unterstützt.

„Wir wollen hier Fairplay“, hatte Reimers vor dem Turnier betont, nachdem es beim letzten Hallenturnier, dem sechsten Rellinger Wellcome-Cup, zu einigen unschönen Szenen gekommen war. „Es gab eine Mannschaft, die die Härte auf dem Platz übertrieben hat. Diese ist zum Glück diesmal nicht dabei“, sagte Reimers. Eine klare Regel hatte er für die Spieler: „Der Schiedsrichter hat immer Recht.“ Daran wurde sich auch gehalten, vor allem, weil die Teams sich teilweise auch gegenseitig pfiffen und so verschiedene Spieler selbst einmal in die Rolle des Schiedsrichters wechseln mussten.

„Es wächst immer besser zusammen“, bilanzierte Riedel-Walsemann. Einige der Flüchtlinge halfen bei der Organisation oder stifteten das persiche Reisgericht „Hawij Polo“ für das Büfett. Sie sei froh, wenn sich die Neubürger aktiv einbringen. „Das hilft unglaublich bei der Integration“, sagte Riedel-Walsemann. Wichtig seien aber auch die vielen aktiven Ehrenamtlichen in der Gemeinde. „Ich bin sehr froh, dass sie ein so unermüdliches Engagement an den Tag legen“, so Riedel-Walsemann. Die nächste große Aufgabe stehe an: „Bei den meisten geht es jetzt darum, sie in Arbeit zu bringen. Aber das bekommen wir auch noch hin.“

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