Pinneberg : Neujahrskonzert des Kulturvereins

Die Mitglieder des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg starteten mit Dirigent Cord Garben (vorn) vom KVP musikalisch ins neue Jahr.
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Die Mitglieder des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg starteten mit Dirigent Cord Garben (vorn) vom KVP musikalisch ins neue Jahr.

Zauberhafte Atmosphäre und Wagners Lieblinge begeistern die Zuschauer beim Neujahrskonzert des Kulturvereins Pinneberg.

shz.de von
05. Januar 2015, 10:00 Uhr

Pinneberg | Festliche Tannengirlanden mit funkelnden Lichtern zierten die Wände, rund um die Bühne blitzen Lampen und über all dem thronte der glitzernde Kristalllüster: Es war eine zauberhafte Atmosphäre, die die Zuschauer des Pinneberger Neujahrskonzerts am Sonntag im Saal des Cap Polonio empfing.

Der Kulturverein Pinneberg (KVP) hatte in Kooperation mit der Stadt und der Volksbank Pinneberg-Elmshorn bereits zum 14. Mal das Traditionsereignis auf die Beine gestellt. Klaus Seyfert, stellvertretender Bürgermeister, erklärte in seinem Grußwort: „Die hohe Nachfrage nach den Karten bestätigt uns, dass dieses Konzert für viele der Höhepunkt zum Anfang des Jahres ist.“

Wie in den Jahren zuvor spielten Mitglieder des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg in Salonorchesterbesetzung unter Cord Garben, Musikalischer Leiter des KVP, beliebte Konzertklassiker. Traditionellerweise startete das Programm mit dem „Pinnerag“ und bot dem Publikum Klassiker wie Wagners „Isoldes Liebestod“, Strauss‘ „Frühlingsstimmen“ oder Brahms‘ „Ungarische Tänze“. Klanglich wie immer – brillant und ausgewogen – konnte man beim Zuhören fast vergessen, dass das Orchester nur in kleiner Besetzung spielte.

Einen besonderen Neujahrsspaß gönnte sich Garben jedoch mit Mozarts Ouvertüre zu „Figaros Hochzeit“: „Ich war in Japan in einem Shinto-Tempel und sollte Mozart dirigieren mit dem Oberhaupt der shintoistischen Kirche am Cello“, erzählte er, „doch als ich am Pult ankam, lag da nicht mein Dirigierstab, sondern ein Essstäbchen. In dem heiligen Tempel vor dem Kirchenoberhaupt wollte ich damit nicht dirigieren, heute will ich aber ausprobieren, ob das klappt.“ Und es klappte.

Als Solisten waren Sopranistin Marlene Lichtenberg und der 16-jährige Violinist Mario Jäckle eingeladen. Lichtenberg, die aus Tirol stammt, sang auf Französisch und Italienisch Vertonungen von Goethes Faust-Text von Berlioz und Verdi. Ihrer großartigen Stimme konnte dabei nur eines die Show stehlen: ihr schulterfreies, mit glitzernden Steinen übersätes Märchenkleid. Nachwuchsmusiker Jäckle überzeugte bereits zu Beginn des Konzerts im Duett mit Konzertmeisterin Marietta Kratz, aber mit seinem Solo – Sarasates Zigeunerweisen op. 20 – riss er das beeindruckte Publikum mit. „Das ist eines der schwierigsten Stücke für Violine, das jeder Geiger mal gespielt haben muss.“

Zum Abschluss durften selbstverständlich weder Champagnergalopp noch der Radetzky-Marsch fehlen. Nachdem alle mit Sekt versorgt waren, erhob Garben sein Glas: „Ich wünsche Ihnen ein frohes neues Jahr und hoffe, dass wir uns am 3. Januar 2016 wiedersehen.“

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