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„Alle müssen an einem Strang ziehen“ : Neujahrsempfang in Pinneberg

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Bürgervorsteherin appelliert an die Verwaltung, dass die Schulbausanierung vorangetrieben wird.

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erstellt am 11.Jan.2016 | 00:36 Uhr

Pinneberg | Draußen trübes Regenwetter, im Rathaus optimistische Stimmung: Etwa 300 Pinneberger, darunter viele Lokalpolitiker, Mitglieder von Vereinen und Verbänden sowie Lehrer, sind gestern Vormittag im Rathaus zusammengekommen, um das neue Jahr auch offiziell zu begrüßen. Der traditionelle Neujahrsempfang – es war der mittlerweile 33. in der Geschichte der Kreisstadt – stand diesmal im Zeichen der Flüchtlingskrise. Das Motto: „Pinneberg ist bunt“. „Für Menschen in Not, Vertriebene durch Krieg und Terror ist in unserer Gesellschaft immer Platz“, sagte Bürgervorsteherin Natalina di Racca-Boenigk (CDU). Was die dezentrale Unterbringung der bislang etwa 550 Flüchtlinge in Pinneberg angehe, habe die Verwaltung „Außerordentliches“ geleistet, lobte sie die Verwaltung.

Außerordenlich sind auch die zahleichen Projekte in der Stadt: Die seien so umfassend, dass sie nicht in ein paar Monaten abgearbeitet seien. „Pinneberg ist wie ein Kaleidoskop, dass, wenn man es schüttelt, ein neues Bild entstehen lässt. Wir haben sehr kräftig geschüttelt“, zog di Racca-Boenigk einen pfiffigen Vergleich.

Zu den Neuerungen gehört 2016 auch die Verlagerung des Marktes am Sonnabend vor die Drostei. „Ich habe Verständnis für die abwehrende Haltung mancher Händler und Kunden“, sagte sie. Aber jede Veränderung berge auch Chancen in sich. Dann wurde di Racca-Boenigk kritisch: „Es gibt einen Punkt, an dem die Entwicklung Pinnebergs so gar nicht vorankommt: bei der Sanierung unserer Schulen.“ Mit normalem Menschenverstand sei das nicht zu verstehen, und erklären könne man es auch nicht.

Di Racca-Boenigk redete schließlich Klartext: „Ich appelliere dringend an unsere Bürgermeisterin, dafür zu sorgen, dass persönliche Machtspielchen, Animositäten und Grabenkriege ein Ende finden und dass alle Beteiligten in der Verwaltung an einem Strang ziehen.“ Im Sinne der Schulbausanierung in eine Richtung, so die Bürgervorsteherin. Für diesen Teil ihrer Rede bekam sie großen Applaus von den Zuhörern. Im Anschluss an ihre Ansprache übergab di Racca-Boenigk gemeinsam mit Bürgermeisterin Urte Steinberg den Bür-gerzukunftspreis, eine Trophäe aus Stein und Glas, sowie einen Scheck der Stadtwerke Pinneberg über 500 Euro an das Projekt „Flüchtlinge treffen Pinneberger Jugendliche“. Seit Oktober treffen sich Schüler der Johannes-Brahms-Schule regelmäßig im Geschwister-Scholl-Haus, um dort mit jugendlichen Flüchtlingen Tischtennis, Kicker oder Gesellschaftsspiele zu spielen oder sich zu unterhalten.

Auch das Programm passte zum Thema „Pinneberg ist bunt“: Die iranische Band „Gena Del“ unterhielt die Besucher mit Trommelklängen, der 15-jährige Zauberer Elias, ein Flüchtling aus Afghanistan, der schon auf dem Weihnachtsdorf im Dezember aufgetreten war, präsentierte einige seiner Tricks. Im Foyer und im Rockville-Zimmer stellten sich Vereine und Organisationen vor, die sich in der Flüchtlingsarbeit engagieren.

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