„Bauprojekte scheitern nicht am Geld“ : Neujahrsempfang der Senioren-Union Kreisverband Pinneberg

Der Europaabgeordnete und ehemalige CDU-Landesvorsitzende Reimer Böge äußerte massiv Kritik an der Planungsschwäche der „Küstennebelkoalition“.
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Der Europaabgeordnete und ehemalige CDU-Landesvorsitzende Reimer Böge äußerte massiv Kritik an der Planungsschwäche der „Küstennebelkoalition“.

Ex-CDU-Landesvorsitzender Reimer Böge Gast beim Neujahrsempfang.

shz.de von
26. Januar 2015, 10:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Mehr als 100 Veranstaltungen hat die CDU Senioren-Union Kreisverband Pinneberg im vergangenen Jahr organisiert. „90 davon wurden alleine von den Ortsverbänden ausgerichtet und von 3500 Menschen besucht“, bilanzierte der Vorsitzende des Kreisverbandes Josef Werner beim gestrigen Neujahrsempfang im Rellinger Hof. Kritik äußerte er am erneut genutzten „Einmalfaktor“ für die Rentenberechnung: „Man muss wohl die richtigen Statistiker briefen, damit sie Fakten finden, die eine Rentenkürzung statt einer Erhöhung bringen.“

Reimer Böge, seit 1989 Mitglied des Europäischen Parlaments, sollte über das Thema „Europa“ referieren, ließ es sich aber nicht nehmen, einige Breitseiten gegen die „Küstennebelkoalition“ zu verteilen. „Als ehemaliger Landesvorsitzender der CDU Schleswig-Holstein habe ich da eine besondere Bindung“, so Böge. Haushaltspolitik und innere Sicherheit seien seit jeher Kernthemen der Union. Überrascht sei er, dass der CDU in Umfragen auch in der Bildungspolitik die größte Sachkompetenz zugesprochen werde. „Das ist erstmals seit 20 Jahren so. Aber vielleicht war es bei den Leistungen von Waltraud Wende auch nicht so schwer“, kritisierte er die im September 2014 zurückgetretene parteilose Ministerin für Bildung und Wissenschaft des Landes Schleswig-Holstein. Auch bei der Infrastruktur ließ Böge kein gutes Haar an der Regierung von Ministerpräsident Torsten Albig: „Die Mittel sind da. Bauprojekte scheitern derzeit nicht am Geld. Aber selbst wenn wir ein oder zwei Milliarden erhalten würden, könnten wir wegen der fehlenden Planungs- und Durchführungsreife nicht bauen.“ Der ehemalige Landeschef mahnte, die Hausaufgaben hinsichtlich Infrastruktur und Verkehrsplanung zu machen. Sonst werde man die Versäumnisse in einigen Jahren bereuen. „Wie können wir über Griechenland lästern, wenn wir es seit 13 Jahren nicht schaffen, eine Brücke über den Nord-Ostsee-Kanal zu bauen?“, fragte er im Hinblick auf die Wahlen in Griechenland.

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