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Siebentunnelweg in Halstenbek : Neues Verkehrskonzept beschlossen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Möglichkeit der Öffnung von zwei Pkw-Spuren in beide Richtungen ist vom Tisch.

von
erstellt am 29.Jun.2016 | 14:00 Uhr

Halstenbek | Nach zwei Stunden und 40 Minuten, um 21.40 Uhr, hatten sich die Mitglieder der Halstenbeker Gemeindevertretung am Montag zum Top-Tagesordnungspunkt ausgeredet. Keine Frage: Die Diskussion über die mögliche Änderung der Verkehrsführung durch den etwa 120 Meter langen Siebentunnelweg in Krupunder wurde leidenschaftlich geführt. Von den Ratsmitgliedern. Und von sechs Bürgern, die sich, allesamt rhetorisch versiert, darum bemühten, den Status quo beizubehalten. Mit Erfolg. Der Antrag der Grünen, vorgetragen von Fraktionschefin Gudrun Gabriel-Schröder, wurde einstimmig genehmigt.

Damit ist die Forderung von vielen Bürgern, so Bürgermeisterin Linda Hoß-Rickmann (parteilos), das gefährliche Nebeneinander von Pkw, Radlern und Fußgängern in dem vom Volksmund genannten Angst-Tunnel zu entflechten, vom Tisch. Angedacht zur Abstimmung wurde eine Öffnung für Pkw-Spuren in beiden Richtungen, die Abschaffung der Ampelanlage, die Entflechtung von Fuß- und Radweg und das Radfahren auf der Fahrbahn.

  • Doch es kam gänzlich anders. Der Grünen-Antrag, getragen von allen Fraktionen, sieht dagegen einen Mehrpunkteplan vor, der nun von der Verwaltung an der Gustavstraße auf seine Machbarkeit geprüft wird. Die Details im Einzelnen. Gefordert werden
    die Aufhebung der Benutzungspflicht des Fahrstreifens für Fahrradfahrer
  • die Anpassung der Ampelanlage an die Verkehrssituation
  • die Einrichtung von Aufstellflächen für Radler vor der Ampel
  • Fahrradfahrer starten bei Grün vor den Pkw
  • die Einrichtung eines Schutzstreifens für Radfahrer auf beiden Ausfahrten vor den Parkstreifen
  • die Einrichtung von generell Tempo 20 für Pkw
  • die Autofahrbahn soll schmaler, die für Fußgänger „so breit wie möglich“ werden
  • der Winterdienst soll in private Hände gegeben werden und
  • das Durchfahrverbot von Fahrzeugen mit mehr als 3,5 Tonnen bleibt bestehen. Zu guter Letzt sollen helle Farbe und mehr Lichtquellen ein furchtfreies Queren des Angst-Tunnels künftig möglich machen.

Arne Rohkohl vom Wasser- und Verkehrs- Kontor GmbH (WVK) aus Neumünster, hatte zu Beginn der Sitzung seinen Auftritt. Verkehrsrechtlich sei einiges ins Lot zu bringen, beispielsweise, dass Radler die Pkw-Fahrbahn benutzen sollten. Er sprach von 3600 Pkw-Fahrten pro Tag, einem niedrigen Anteil. Der Diplom-Ingenieur betonte die Zahl 800, sprich Querungen von Radfahrern, was „ein hoher Anteil ist.“ Er betonte eine Reduzierung der Fahrbahn von 3,50 auf drei Meter. Rohkohl brachte den Denkanstoß für die Variante 2 auf den Tisch, dass die Pkw in beide Richtungen fahren sollten – bei Abschaffung der kostenintensiven Ampelanlage.

Doch viele seiner Gedankengänge und Ausarbeitungen dürften für den Papierkorb sein. Die „Förderung des motorisierten Individualverkehrs“ kam gar nicht gut an. Noch bis voraussichtlich Ende August wird im Siebentunnelweg kräftig gebaut. Gas-, Wasser- und Abwasserleitungen werden von Halstenbeks Gemeindewerken erneuert. Die Einschränkungen sorgen, wie berichtet, für Verärgerung bei den Anwohnern.

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