Neues Gesundheitsheft für Flüchtlinge

Haben das Pinneberger Gesundheitsheft auf den Weg gebracht: Dr. Angelika Roschning, Silke Linne und Friederike Orth.
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Haben das Pinneberger Gesundheitsheft auf den Weg gebracht: Dr. Angelika Roschning, Silke Linne und Friederike Orth.

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25. Januar 2018, 11:01 Uhr

Der Kreis Pinneberg hat mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DJKS) sowie dem Bundesfamilienministerium ein neues Gesundheitsheft für minderjährige Flüchtlinge herausgebracht. In ihm sollen Ärzte zukünftig Krankheiten und Behandlungen dokumentieren.

Das „Pinneberger Gesundheitsheft“ ähnelt dem, welches Eltern bei der Geburt ihres Kindes im Krankenhaus bekommen. Kliniken und Ärzte machen darin angaben zu den erfolgten Untersuchungen und Diagnosen, etwa der U1 und den darauf folgenden. Kommen minderjährige Flüchtlinge – egal ob mit oder ohne ihre Familie – gibt es diese Dokumentation häufig nicht. Auch Impfpässe sind oft nicht vorhanden.

Diese Lücke soll nun geschlossen werden. „Mit einer guten Dokumentation können etwa Doppeluntersuchungen vermieden werden“, sagte Dr. Angelika Roschning, Leiterin des Fachdienstes Gesundheit in der Kreisverwaltung, bei der Präsentation des Hefts. Da Besuche bei Ärzten mit Stempeln belegt würden, könnten die Mediziner untereinander Kontakt aufnehmen – auch wenn den Flüchtlingen Orts- und Sprachkenntnisse fehlten, um selbst über Untersuchungen in der Vergangenheit zu berichten.

Kliniken, Ärzten, dem Gesundheitsamt sowie Hilfseinrichtungen für Flüchtlinge sollen das Heft in Zukunft austeilen. Die Stadt Kiel und der Kreis Ostholstein haben laut Roschning bereits gute Erfahrungen mit einem ähnlichen Heft gemacht. Finanziert wird das Projekt über das Bundesprogramm „Willkommen bei Freunden“.

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