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52 Millionen Euro : Neues Geld für Sozialwohnungen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

IBSH verteilt fast 52 Millionen Euro im Hamburger Umland. Nachfrage nach beruflichen Fortbildungen wächst.

Elmshorn | Derzeit gibt es für Investoren kaum einen Anreiz, Sozialwohnungen zu bauen. Staatlich geförderte zinsgünstige Kredite sind unattraktiv, weil die Zinsen am freien Markt ohnehin niedrig sind. Die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IBSH), Staatsbank des Landes, hat deswegen nun einen neuen Fördertopf eingerichtet. Jeden neugebauten Quadratmeter Sozialwohnung bezuschusst sie mit 250 Euro. Bei Baukosten von etwa 2500 Euro pro Quadratmeter entspricht das zehn Prozent.

Seit April 2015 betreibt die IBSH im Auftrag des Landes die Spendenplattform „Wir bewegen SH“. 2016 wurden 84 Spendenprojekte veröffentlicht. 76 Prozent davon waren erfolgreich. Insgesamt wurden in den ersten zwei Jahren mehr als 200.000 Euro gespendet. Ein Beispiel aus der Region: das Projekt „Lesefreude mit einem Buch schenken“ des Vereins Mentor – Die Leselernhelfer Kreis Pinneberg. Um 1500 Euro wurde geworben, 1600 Euro kamen tatsächlich zusammen.

Das Geld stammt vom Land. Für 2017 und 2018 stehen insgesamt 34 Millionen Euro für Zuschüsse bereit. Nach Ansicht der IBSH ist das neue Instrument sehr wirkungsvoll. Mehr als 20 Millionen Euro seien bereits bewilligt worden. „Die Zuschüsse verstärken den Anreiz für Investoren, bezahlbaren und nachhaltigen Wohnraum zu schaffen“, sagte der IBSH-Vorstandsvorsitzende Erk Westermann-Lammers gestern am Elmshorner Standort der Bank. „Das sichert die Wirtschaftlichkeit der Neubauprojekte.“ Inklusive anderer Instrumente wurden während der ersten vier Monate in den Hamburger Randkreisen Pinneberg, Segeberg, Stormarn und Steinburg fast 52 Millionen Euro für den sozialen Wohnungsbau bewiligt – 25 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Im Kreis Pinneberg sank die Fördersumme in diesem Zeitraum allerdings von 22,5 auf 19,5 Millionen Euro. 2016 sind im Kreis Pinneberg 180 Sozialwohnungen entstanden.

Ein Beispiel für Projekte im Kreis Pinneberg: Die Adlershorst Baugenossenschaft errichtet für fast elf Millionen Euro an der Wedeler Heinestraße 56 geförderte Wohnungen. 8,4 Millionen Euro sind ein zinsgünstiger IBSH-Kredit und 0,8 Millionen Euro ein Zuschuss aus dem 34-Millionen-Topf.

Die IBSH ist gemeinsam mit anderen Banken und Sparkassen auch im Privatkundengeschäft aktiv. Sie bietet mit ihren Partnern entweder selbst Kredite an oder sie fungiert als Refinanzierer für die Geldinstitute. Im Kreis Pinneberg wurden 2016 so 670 Familien mit Darlehen ausgestattet. In den Hamburger Umlandkreisen waren es insgesamt 2032. Der Immobilien-Boom wird nach Ansicht von Westermann-Lammers und Immobilien-Experte Horst Nörenberg anhalten. „Wir sehen keine Anzeichen für eine Blase am Markt. Und die Zinsen werden in absehbarer Zeit niedrig bleiben“, sagte Nörenberg. Landesweit hat die Förderbank in all ihren Geschäftszweigen 2,4 Milliarden Euro verteilt.Die Staatsbank verdiente 2016 insgesamt 67 Millionen Euro. Drei Millionen davon überweist sie ans Land, der Rest stärkt das Eigenkapital.

Die IBSH engagiert sich auch in der beruflichen Fortbildung, etwa mit dem Aufstiegs-Bafög, das früher Meiter-Bafög hieß. Die Zahl der Teilnehmer hat sich 2016 im Vergleich zum Vorjahr auf fast 1500 verdoppelt. „Das wird so stark in Anspruch genommen wie nie zuvor“, sagte Westermann-Lammers. Vor allem in der Digitalisierung gebe es einen Qualifizierungsbedarf. Das Aufstiegs-Bafög gibt es nicht nur für Handwerker, sondern auch für Studienabbrecher. „Wir hören von Abbrecher-Quoten von bis zu 50 Prozent“, so Westermann-Lammers. Die IBSH hat 2017 erstmals einen mit 5000 Euro dotierten Unternehmerinnen-Preis ausgelobt. „Ich wäre mit 30 Bewerberinnen schon zufrieden gewesen. Tatsächlich gab es mehr als 100“, resümiert Westermann-Lammers. Bewertungskriterien seien wirtschaftlicher Erfolg, ehrenamtliches Engagement, Nachhaltigkeit und der Lebenslauf der Kandidatinnen. Die Gewinnerin wird am 23. Juni in Lübeck verkündet. Bis dahin schweigen die Banker.

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erstellt am 02.Jun.2017 | 14:00 Uhr

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