Neues Fahrzeug für Bilsens Wehr

Bei der Arbeit (von links): Wehrführer Kay Grabowski, Patrick Morgenstern, Olaf Kielmann und Frank Dose haben bereits damit begonnen, das alte Fahrzeug auszuräumen.
Bei der Arbeit (von links): Wehrführer Kay Grabowski, Patrick Morgenstern, Olaf Kielmann und Frank Dose haben bereits damit begonnen, das alte Fahrzeug auszuräumen.

Gemeinderat gibt grünes Licht für 300 000-Euro-Projekt / Schwerer Schaden am alten Auto macht Neuanschaffung notwendig

shz.de von
18. Mai 2018, 16:00 Uhr

Nach Ellerhoop, Hemdingen und Groß Offenseth-Aspern soll auch die Freiwillige Feuerwehr Bilsen ein neues Fahrzeug bekommen. Der Kauf des Autos ist während der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend im Dörpshuus einstimmig beschlossen worden. Das neue Fahrzeug kostet laut Verwaltung etwa 300 000 Euro, allerdings gibt es Zuschüsse.

Wehrführer Kay Grabowski hatte zuvor beschrieben, warum es notwendig sei, ein neues Löschfahrzeug (LF10) anzuschaffen. „Unser LF8/6, Baujahr 1992, kommt nicht mehr durch den Tüv“, sagte er. Die Kameraden hätten sich zunehmend beschwert, dass das Fahrverhalten des Autos nicht einwandfrei sei. Sie hätten daraufhin im April 2018 einen Fahrzeug-Sachverständigen vom Tüv Nord eingeladen, der eine Probefahrt unternommen habe. „Nach einer kurzen Strecke brach er die Tour ab und legte das Fahrzeug sofort still“, so Grabowski. „Das Lenkgetriebe ist kaputt. Es gibt für diese Fahrzeuge aber keine Ersatzteile mehr“, berichtete der Wehrführer. Nach der Bedarfsplanung müsse die Bilsener Wehr aber zwei Feuerwehrfahrzeuge in Bereitschaft halten. Das vorhandene Löschgruppenfahrzeug reiche nicht aus, so der Wehrführer weiter.

Die Politiker gaben grünes Licht für das Vorhaben und lobten die Vorarbeit der Feuerwehr, die der Gemeinde viel Geld gespart habe. „Wir haben schon vorher in der Wehr mächtig Gas gegeben, um ein neues Fahrzeug zu planen“, sagte Grabowski im Gespräch mit unserer Zeitung. Etwa 400 Arbeitsstunden seien seitens der Ehrenamtler darin investiert worden. „Wir haben den Markt sondiert, Fahrzeuge bei verschiedenen Herstellern verglichen, mit denen Verhandlungen geführt, ein Fahrzeugkonzept erstellt und für die Zukunft geplant, damit das neue Auto den Bestand für mindestens 25 Jahre sichert“, sagte er. Schließlich wachse die Gemeinde weiter. Einige aus der Wehr hätten sich extra einige Tage Urlaub genommen, um sich auf der Feuerwehr-Fachmesse in Dresden umzuschauen.

Und noch ein Problem sei gelöst worden. „Das genormte LF10 hat eine vierteilige Steckleiter mit einer Nennrettungshöhe von 7,20 Metern und keine dreiteilige Schiebeleiter (Seilzugleiter) mit zwölf Metern Höhe, die wir für einige Objekte im Dorf benötigen“, so Grabowski und weiter: „Das muss als Sonderbeladung extra genehmigt werden.“ Die Sondergenehmigung sei wichtig, um die Zuschüsse vom Kreis Pinneberg nicht zu gefährden, der normalerweise nur genormte Fahrzeuge bezuschusse. Die europaweite Ausschreibung stehe und könne jetzt herausgegeben werden.

In der Fahrzeughalle der Wehr schlachten Freiwillige derweil während der Sitzung der Gemeindevertreter bereits das alte, defekte Fahrzeug aus. „Einige Dinge können wir noch gebrauchen, andere verkaufen wir“, sagten Frank Dose und Patrick Morgenstern, die die Fahrerkabine auseinandernahmen.

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