50 Jahre im Amt : Neuer Wehrführer in Prisdorf: Hoyer übergibt an Hoyer

Der neue Wehrführer Tim Hoyer (rechts) überreichte seiner Mutter Erika im Namen der Prisdorfer Feuerwehr einen Blumenstrauß, weil sie ihrem Mann Helmut Hoyer (links) so lange Jahre den Rücken frei gehalten hat. Der stellvertretende Wehrführer Ralf Huckfeldt (Zweiter von rechts) strahlt.
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Der neue Wehrführer Tim Hoyer (rechts) überreichte seiner Mutter Erika im Namen der Prisdorfer Feuerwehr einen Blumenstrauß, weil sie ihrem Mann Helmut Hoyer (links) so lange Jahre den Rücken frei gehalten hat.

Wehrführer Helmut Hoyer (67) übergibt das Amt an seinen Sohn Tim (36) und erhält die Auszeichnung mit Brandschutz-Ehrenzeichen in Gold am Bande.

Prisdorf | Wehrführer Helmut Hoyer wurde am Wochenende verabschiedet. In die geschmückte Turnhalle am Hudenbarg kamen 142 Gäste, die ihn durch seine 50 Jahre bei der Prisdorfer Feuerwehr begleitet haben. Alle beschreiben Hoyer als ruhig, souverän und besonnenen. „Diese Unaufgeregtheit ist seine besondere Eigenschaft“, sagt Claus Köster, Wehrführer der Stadt Pinneberg: „Wenn Helmut tatsächlich mal eine Augenbraue hochzieht, ist die Umgebung in Alarmbereitschaft.“ 

Die besonnene Art hat auch so manchen Bürgermeister beeindruckt. In den 22 Jahren als Wehrführer hat Hoyer drei miterlebt: Hans-Albert Höft, Wilfried Hans und aktuell Rolf Schwarz: „Sie könnten unterschiedlicher nicht sein“, sagt er in seiner Verabschiedungsrede. „Trotzdem habe ich mit allen gut zusammengearbeitet.“ Die Bürgermeister bestätigten das. Schwarz sagte: „Auch zukünftig wird Dein Wort Gewicht haben.“ Hans hob die Dialogbereitschaft Hoyers hervor: „Streit habe ich mit Dir nicht erlebt. Der bricht ja gern mal aus, wenn es ums Geld geht. Aber Du bist immer sachlich geblieben.“ Und Höft hat an dem ehemaligen Wehrführer besonders geschätzt, dass er den Feuerwehrleuten ein Zusammengehörigkeitsgefühl vermitteln konnte: „Du hast immer darauf geachtet, dass sich alle Kameraden mitgenommen fühlten.“

Ehrung des Landes

Mit 17 Jahren ist Hoyer in die Prisdorfer Feuerwehr eingetreten. 12 Jahre war er Jugendwart. Jetzt nach Erreichen der Altersgrenze von 67 Jahren scheidet er als Wehrführer aus und übergibt den Stab an seinen Sohn Tim, der zu seinem Nachfolger gewählt wurde. „Es war und ist alles richtig so. Ich habe ein Gefühl der Zufriedenheit“, sagt er. Gekrönt wurde der Abschluss der aktiven Feuerwehrzeit durch eine Ehrung des Landes Schleswig-Holstein: Bürgermeister Schwarz überreichte Hoyer das „Brandschutz-Ehrenzeichen in Gold am Bande“.

Die bedeutungsvolle Stimmung wurde sofort wieder locker als sich Jugendwart Jan Heitmann zu Wort meldete und ans Mikrofon trat. Er machte es kurz: „Helmut ist großartig. Er kann sehr gut mit Jugendlichen umgehen und kennt sich aus mit renitenten Kindern.“ Die Sympathie des Feuerwehrnachwuchses kann Hoyer aus vollem Herzen erwidern: „Wenn ich überlege, waren für mich die zwölf Jahre als Jugendwart die schönsten“, sagt er. Beim Blick zurück fallen ihm aber auch viele schwere Situationen ein: „Die Unfälle und Suizide belasten uns alle. Besonders aufreibend ist es, wenn man mit den Angehörigen zu tun hat.“

Den Abend empfand Hoyer als rund, aber so viel Aufhebens um seine Person ist ihm dann doch etwas fremd: „Ich bin es nicht alleine. Wir alle sind die Feuerwehr Prisdorf“, sagte er nach den zahlreichen Lobreden. Er bedankte sich bei den befreundeten Wehren für die gute kameradschaftliche Kooperation – auch an diesem Abend übernahm die Pinneberger Feuerwehr den Brandschutz in Prisdorf, damit alle unbelastet feiern konnten.

Tim Hoyer, der nicht nur die Feuerwehr-Leidenschaft, sondern auch die Unaufgeregtheit seines Vater geerbt hat, möchte zukünftig alles so weiterführen wie gehabt: „Ich habe ein gepflügtes Feld übernommen. Da muss ich nicht auf Krampf Änderungen einführen.“ Besonders froh ist der 36-Jährige über die gute Kameradschaft in der Wehr. „Es gibt keinen Stress. Wir mögen uns. Wenn das nicht so wäre, hätte ich das Amt nicht übernommen.“ Tim ist jetzt Chef von 45  Aktiven, sieben Reservisten und 14 Jugendlichen. Nicht zu vergessen: Die Ehrenabteilung der Prisdorfer Wehr, in die auch Helmut Hoyer eintritt.

Tim Hoyer ist der dritte Prisdorfer Wehrführer mit diesem Namen in Folge. Bereits vor Vater und Sohn gab es einen Wehrführer Hoyer, der aber nicht mit den beiden verwandt war. Kein Wunder, dass es in Prisdorf schon lange nicht mehr Feuerwehr, sondern nur noch Hoyerwehr heißt.

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