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Buddhas Schüler in Pinneberg : Neuer Verein in Pinneberg

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Verein Gemeinschaft für Kampf- und Bewegungskünste Lo-Han Anfang des Jahres gegründet.

Pinneberg | „Die Kollegen haben schon ein wenig überrascht geschaut“, erinnert sich Werner Westerhoff an den ersten Auftritt seines Vereins bei der Sportlerehrung im März. Ende Januar gründete er die Gemeinschaft für Kampf- und Bewegungskünste Lo-Han Pinneberg, die mittlerweile beim Amtsgericht eingetragen ist und nun auf die Aufnahme beim Landessportbund wartet. Mittlerweile hat Lo-Han Pinneberg 15 Mitglieder. Westerhoffs ehemalige (Lehr-)Meister wurden als Ehrenmitglieder aufgenommen. Der Name Lo-Han bedeutet soviel wie Buddhas Schüler

Kung Fu, Hung Gar, Hung Chi Gong, Selbstverteidigung – im Verein werden verschiedene asiatische Kampfsportarten angeboten. Die Liste der erlernten Techniken von Westerhoff ist noch länger. Mit Judo, Wushu, Drunken-Boxing, Kickboxen und dem Selbstverteidigungssystem Krav Maga hat er sein Wissen erweitert. Sein persönlicher Favorit ist aber Kung Fu, das er seit mehr als 30 Jahren lernt. „Das ist kein Wettkampfsport. Ich will auch weg vom Fighten, Fighten, Fighten und die gesundheitsfördernden Aspekte betonen“, sagt Westerhoff. Er ist „Sifu“. Ein Lehrer. „Manche sagen auch Meister, aber so fühle ich mich nicht, auch wenn ich den Sport seit 30 Jahren betreibe“, sagt Westerhoff. Es klingt bescheiden und um Bescheidenheit und Werte geht es auch bei seinem Sport. „Ein Meister der Kampfkunst ist mehr als ein guter Sportler“, sagt Westerhoff. Er habe eine Vorbildfunktion und wolle nicht nur Techniken, sondern auch Werte vermitteln. „Primär geht es um das gemeinsame Training und die persönliche Weiterentwicklung“, sagt Westerhoff.

Erlernt hat Westerhoff den Sport in seiner Heimatstadt Wilhelmshaven. 2010 zog er aus beruflichen Gründen für ein duales Studium nach Pinneberg. „Es hat sich eine neue Lebenssituation entwickelt, weil mir klar ist, dass ich in Pinneberg bleibe. Daher wollte ich auch meinen Sport wieder aufnehmen und vermitteln“, sagt Westerhoff. Training in Hamburg kam für ihn nicht in Frage: „Dort werden anderere Stile angeboten. Ich hätte quasi wieder bei Null angefangen. Den eigenen Horizont in anderen Systemen zu erweitern ist ok, aber ich bleibe dem Hung Gar – Kung Fu treu.“ Mit einem Show-Team trat der Verwaltungsmitarbeiter bereits bei der Sportlerehrung in Pinneberg auf. Mit dabei: Jessica Hetke. „Ich hatte keine Ahnung, was mich da erwartet“, erinnert sich die Rellingerin an ihr erstes Training. Westerhoff hatte sie beim Zumba, wo er der „Quotenmann“ sei – angesprochen und zum Training eingeladen. „Als ich sagte, ich schaue es mir mal an, war ich schon mittendrin“, sagt Hetke. Traue ich mir das zu? Schaffe ich das? Das waren die Fragen, die Hetke am Anfang bewegten, als sie die Bewegungsformen mit Schwertern, Speeren und Säbeln sah. Mittlerweile geht sie mit den Wind- und Feuerrädern, einer klassisch chinesischen Waffe, konzentriert um. „Ich bin selbst erstaunt, was ich in den fünf Monaten bereits gelernt habe, und wie gut es klappt“, sagt Hetke, die einmal pro Woche trainiert. „Ich wäre nie auf die Idee gekommen, es auszuprobieren, wenn ich nicht angesprochen worden wäre. Jetzt will ich mich weiterentwickeln und habe den Ehrgeiz, es gut zu machen.“Es bringe nichts, wilde Dinge zu vermitteln, wenn die Grundlagen nicht da seien, sagt Westerhoff. Immer wieder werden scheinbar einfache Bewegungsabläufe trainiert. „Eine gute Technik ist die Grundlage.“ Die Kampfkunst könne man in jedem Alter und körperlicher Konstitution lernen und weiterentwickeln. „Wenn man jung ist, springt man vielleicht höher, aber im Alter spielt die Erfahrung eine große Rolle“, so Westerhoff. Unabhängig von Sport und Fitness sei etwas anderes wichtig: „Jeder gewinnt an Selbstvertrauen.“ Das sei auch die Grundlage für die Selbstverteidigungsangebote. „Wer Situationen frühzeitig erkennt und einschätzen kann, kann diesen aus dem Weg gehen“, so Westerhoff.

Informationen über Lo-Han Pinneberg gibt es auf der Homepage des Vereins oder per E-Mail an Lo-Han-Pi@freenet.de. Trainiert wird montags von 20.15 bis 22 Uhr im Schulzentrum Nord, Schulenhörn 40, und donnerstags von 19.30 bis 21.30 Uhr in der Hans-Claussen-Schule, Elmshorner Straße 52.

„Mittelfristig wollen wir das Vereinsangebot um eine Kinder-Kung Fu-Gruppe, sowie Kurse für Tanz- und Gesundheitssport, nach Möglichkeit in eigenen Räumen, erweitern. Es wird darüber hinaus regelmäßig offene Seminare geben“, sagt Westerhoff. Doch dafür müsse auch das Team an Ehrenamtlichen stehen, die beim Training helfen.

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