zur Navigation springen

Ostküstenleitung in Quickborn : Neuer Plan: Trasse durch den Forst

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Teil eines möglichen Korridors führt durch Quickborn-Heide. Stadtverwaltung von der Variante überrascht.

shz.de von
erstellt am 11.Apr.2015 | 10:00 Uhr

Quickborn | Eine weitere Hochspannungsleitung auf Quickborner Gebiet? Gering ist die Wahrscheinlichkeit nicht. Eine Variante der sogenannten Ostküstenleitung sieht vor, dass die Nordspitze von Quickborn-Heide, genauer der Rantzauer Forst, Teil der noch zu bauenden Trasse wird. Die Quickborner Stadtverwaltung traf diese Information überraschend. „Wir sind aus allen Wolken gefallen“, sagte Friederike Lattmann, Leiterin des Fachbereichs Stadtentwicklung und Umwelt, im Gespräch mit dieser Zeitung.

Erst durch die Einladung zu einem sogenannten Scoping-Termin, einem Treffen von Vertretern beteiligter Behörden, Naturschutzverbänden sowie des Netzbetreibers Tennet, habe die Verwaltung von den Plänen erfahren, berichtete Lattmann: „Wir waren nicht an den Planungen und dem Dialogverfahren beteiligt. Unser Kenntnisstand bis dahin war, dass Quickborner Raum nicht berührt wird.“

Dies könnte nun doch der Fall sein. Hintergrund ist der erste Abschnitt der Ostküstenleitung, der den Stromfluss zwischen dem Raum Segeberg und dem Raum Lübeck garantieren soll. Dafür stehen derzeit drei mögliche Trassenkorridore in der Diskussion, durch die Leitungen in der Lübecker Umgebung künftig mit der seit März im Bau befindlichen 380-kv-Trasse zwischen den Umspannwerken Audorf und Hamburg-Nord verbunden werden können. Nach den aktuellen Planungen Tennets verläuft ein Stück der dritten Variante durch den Rantzauer Forst in Quickborn-Heide und damit durch ein Naherholungsgebiet.

„Auf einer Länge von etwa 900 Metern und in etwa 800 Metern Abstand zum besiedelten Gebiet“, sagte Lattmann und ergänzte: „Das wäre nicht so problematisch, wenn nicht schon die Trasse zwischen Audorf und Hamburg-Nord dort verlaufen würde. So hätten wir da dann zwei 380-kv-Leitungen.“ Gesundheitliche Konsequenzen für Quickborner hätte dies nicht, allerdings wäre das Naherholungsbiet durch Masten und Leitungen beeinträchtigt, so Lattmann. Nicht nur dem Blick in die freie Natur wäre die Trasse abträglich. Darüber hinaus läuft sie städtischen Planungen zuwider. „Wir hatten im Flächennutzungsplan für diesen Bereich Waldentwicklung ausgewiesen“, erläutert Lattmann. Aber noch ist nichts entschieden. „Das Planfeststellungsverfahren muss erst vorbereitet werden“, sagt Lattmann. Tennet selbst rechnet mit der Einreichung der Unterlagen zur Planprüfung für das zweite Quartal 2016 und mit einem Beschluss nicht vor dem ersten Quartal 2018.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen