Appen : Neuer Name - bekanntes Angebot: „Die Post bleibt Teil des Dorflebens“

Appens Bürgermeister Hans-Joachim Banaschak (CDU) wünscht der früheren Post-Inhaberin Karen Ramcke für ihre Zukunft alles Gute.
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Appens Bürgermeister Hans-Joachim Banaschak (CDU) wünscht der früheren Post-Inhaberin Karen Ramcke für ihre Zukunft alles Gute.

Geschäfft „Düt un Dat“ bekommt den Namen „Marens LaDiDa“.

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18. Mai 2015, 17:00 Uhr

Appen | Ein Teil der Appener Geschichte endet, und ein neues Kapitel wird aufgeschlagen. Karen Ramcke steht am Sonntag, 7. Juni, ab 10.30 Uhr im Dana-Heim noch einmal im Mittelpunkt. Dann verabschiedet sich die frühere Inhaberin des ältesten Geschäfts in Appen mit einem Brunch von allen, die sie in den vergangenen Jahrzehnten begleitet haben.

Bürgermeister, Gemeindevertreter, Kunden, frühere Angestellte und Lieferanten – alle sind dabei, wenn die 71-Jährige „Tschüss“ sagt. Und mit den Gästen noch einmal über „Düt un Dat“ redet – so hieß ihr Laden an der Hauptstraße. Post, Lotto, Reinigung, Zeitschriften, Getränke: Mit ihrem Sortiment sorgten Karen Ramcke und ihr Ehemann Manfred dafür, dass die Appener unverzichtbare Angebote direkt vor Ort vorfanden.

Darauf müssen die Bürger auch ohne die Ramckes nicht verzichten. Nur kaufen sie nicht mehr bei „Düt un Dat“, sondern in „Marens LaDiDa“ ein. Maren Sauter hat das Geschäft vor einiger Zeit übernommen. Sie nutzt die Abschiedsfeier, um sich in Appen noch einmal offiziell vorzustellen. Ihre Vorgängerin ist froh, dass das älteste Geschäft im Ort weiter existiert und lobt die Neue in der Post. „Sie hat viele gute Ideen und verdient es, dass die Appener sie unterstützen“, sagt Ramcke. Sie und ihr Mann hatten jahrelang nach Nachfolgern gesucht. Zwar hätten sie das Gebäude ohne weiteres zur Wohnung umbauen können. Doch Manfred und Karen Ramcke wollten verhindern, dass die Gemeinde plötzlich ohne Post und Lotto da steht. Und natürlich hängen sie immer noch an ihrem Geschäft. Bereits 1956 eröffnete Karen Ramckes Mutter einen Laden an der Hauptstraße.

Ihre Tochter übernahm Mitte der Siebziger. Der Laden wurde praktisch zum zweiten Wohnzimmer, nicht nur für die Ramckes, sondern auch für etliche Kunden. „Ein kleines Schwätzchen gehört dazu“, berichtet die frühere Post-Inhaberin. „Der tägliche Plausch fehlt mir besonders“, fügt sie hinzu. Vor allem die Männer seien immer sehr gesprächig gewesen, ihr Mann war dagegen eher für die Gespräche mit der weiblichen Kundschaft zuständig.
Nachdem mehrere Jahrzehnte der Laden ihr Leben war, bleibt nun Zeit für andere Dinge. So hat das Ehepaar in diesem Jahr erstmals an der Seniorenausfahrt der Gemeinde teilgenommen. Die Gefühle sind gespalten. Einerseits ist da die Trauer über das Ende eines Lebensabschnitts, andererseits die Erleichterung, dass das Geschäft an der Hauptstraße weiter besteht. Nicht nur bei den Ramckes. „Wir können dankbar sein, dass die beiden so lange weiter gemacht haben, bis ein Nachfolger gefunden wurde“, lobt Appens Bürgermeister Hans-Joachim Banaschak (CDU). Dabei haben beide mit 71 (Karen Ramcke) beziehungsweise 77 Jahren (Manfred Ramcke) längst das Rentenalter erreicht. Hätten sie früher aufgehört, wäre nach Polizei, Sparkasse, Schlecker und dem Gasthof Kröger wohl auch noch Post und Lotto aus der Gemeinde verschwunden. Die früheren Inhaber sind zwar im Ruhestand, aber so ganz müssen sie nicht auf ihren Laden verzichten. Schließlich ist ihre Wohnung nur wenige Meter entfernt. Wenn ein Brief verschickt werden muss oder sie Lotto spielen wollen, brauchen die Ramckes nur kurz vor die Tür gehen und sind sofort in „Marens LaDiDa“. Und können miterleben, wie ein neues Kapitel in der Geschichte des kleinen Ladens geschrieben wird. „Der ist ein Teil des Dorflebens“, sagt Banaschak.

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