zur Navigation springen
Pinneberger Tageblatt

18. August 2017 | 11:03 Uhr

„Neuen Spaß am Leben vermitteln“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Sozial- und Theaterpädagogin Regine Heyenn übernimmt die Leitung der Pinneberger Frauenberatung von Ulrike Berg-Weichert

Seit dem 7. April hat Ulrike Berg-Weichert ihre Nachfolgerin eingearbeitet. Das Pressegespräch ist nun ihre letzte Amtshandlung als Leiterin der Frauenberatung Pinneberg. „Ich gebe jetzt meinen Schlüssel ab“, sagt Berg-Weichert und lächelt. Ein bisschen wehmütig. Ab jetzt ist sie im Ruhestand und hat jetzt viel Zeit, um zu reisen und sich um ihren Enkel zu kümmern. Ab sofort führt Regine Heyenn die Beratungsstelle gemeinsam mit Ruth Stiasny-Seligmann.

„Wir haben über 50 Bewerbungen erhalten“, sagt Gudrun Klipp, die den Verein Pinneberger Frauennetzwerk und die Beratungsstelle 1994 gründete und heute im Vorstand sitzt. Die Wahl fiel schließlich auf die Diplom-Sozialpädagogin und
Diplom-Theaterpädagogin Heyenn. Die 52-Jährige arbeitete lange für die Stiftung Abendroth-Haus in Hamburg-Bramfeld. Dort war sie zuletzt als Erziehungsberaterin tätig. „Frauenarbeit hat mich schon während meines Studiums interessiert“, sagt Heyenn. Anerkennend fügt sie hinzu: „Die Beratungsstelle in Pinneberg ist klein, aber der Laden brummt.“ Das Leben der Pädagogin wird sich in Zukunft in gleich drei Bundesländern abspielen – sie wohnt im Hamburger Stadtteil Ottensen und unterrichtet auch Theater am Gymnasium Buchholz in Niedersachsen.

Aus der Theaterpädagogik möchte Heyenn auch eine gewisse Leichtigkeit in der Auseinandersetzung mit oft schwierigen Themen einführen. „Ich möchte den Frauen auch Spaß und manchmal ein bisschen Selbstironie vermitteln.“ Neue Lebensperspektiven könnten so leichter erkannt werden. Bei ihrer Arbeit wird die neue Leiterin nicht nur von Stiasny-Seligmann, sondern auch von mittlerweile acht ehrenamtlichen Helferinnen unterstützt, die im Frauencafé arbeiten, das Büro führen, die Website betreuen oder die Flyer der Einrichtung gestalten.

Als Leiterin der Pinneberger Frauenberatung ist Heyenn ab sofort auch für das Notruftelefon für häusliche Gewalt zuständig, das unter ihrer Vorgängerin aufgebaut wurde. Frauen, die von Gewalt in den eigenen vier Wänden betroffen sind, erhalten hier schnelle und direkte Hilfe. „Dabei gehen wir auch proaktiv vor“, erklärt Berg-Weichert. Das bedeutet: Wird die Polizei bei häuslicher Gewalt aktiv, informieren die Beamten die Beratungsstelle. Diese nimmt innerhalb von 24 Stunden Kontakt mit der betroffenen Frau auf. Über 100 Fälle in Pinneberg und und Umgebung hat das Team im vergangenen Jahr bearbeitet. Eine erfreuliche Entwicklung: Immer mehr Frauen suchen von sich aus die Unterstützung von Berg-Weichert und Stiasny-Seligmann. „Das Thema kommt aus der Tabuzone raus“, stellt sie zufrieden fest.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen