Rechte Hand der Pastoren : Neue Vikarin in Rellingen

Menschen durch ihr Leben begleiten: Das ist das Ziel von Janina Lubeck, die am Montag, 1. Juni, ihr Amt antritt.
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Menschen durch ihr Leben begleiten: Das ist das Ziel von Janina Lubeck, die am Montag, 1. Juni, ihr Amt antritt.

Janina Lubeck ist die neue Rellinger Vikarin. Eine Theologin mit Sinn für Theater.

shz.de von
20. Mai 2015, 12:00 Uhr

Rellingen | Schüler der Caspar-Voght-Schule haben mit ihr schon Bekanntschaft geschlossen: Seit Anfang dieses Jahres gibt Janina Lubeck an der Bildungseinrichtung in der Schulstraße Religionsunterricht. Doch in Kürze wird sich ihr Aufgabengebiet beträchtlich erweitern. Denn die 30-Jährige ist die neue Rellinger Vikarin – als rechte Hand der Pastoren Lennart Berndt, Iris Finnern und Martje Kruse tritt sie ihre Position am Montag, 1. Juni, an.

Für Lubeck, die in Bremen aufgewachsen ist, ihr siebenjähriges Theologiestudium aber in Hamburg, ihrer Geburtsstadt, absolviert hat, stellt das Vikariat in Rellingen einen Glücksfall dar. „Wir durften vier Wunschgemeinden angeben. Am Ende ist es dann die geworden, die auf meiner Liste ganz oben stand. Wegen der Herzlichkeit der Pastoren und der Größe der Gemeinde“, so die junge Frau. Ein Zuckerschlecken sei die Bewerbung dennoch nicht gewesen. „Da war viel Eigeninitiative gefragt und alle Bewerber mussten ein Assessment-Center durchlaufen“, berichtet sie.

Abgesehen vom Religionsunterricht wird Lubeck, die mittlerweile auch in Rellingen wohnt, als Vikarin unter anderem für seelsorgerische Aufgaben, zum Beispiel in Krankenhäusern, sowie für die sonntäglichen Gottesdienste zuständig sein. Deren Vorbereitung sei in Sachen Zeitaufwand nicht zu unterschätzen. „Obwohl es eine Zusammenstellung von Bibelabschnitten zur regelmäßigen Lesung und Behandlung in der Predigt gibt, die sogenannte Perikopenordnung, versuchen wir doch, stets auch möglichst tagesaktuelle Bezüge einfließen zu lassen“, sagt Lubeck.

In einer nicht gläubigen Familie aufgewachsen, war der berufliche Weg für die angehende Pastorin, die in ihrer Freizeit gern ins Theater geht, nicht unbedingt vorgezeichnet. „Ich wurde zum Beispiel erst mit 13 Jahren getauft“, berichtet sie. Den Anstoß habe letztlich ein Schülerpraktikum gegeben, „in dem ich gemerkt habe, wie vielseitig und spannend der Beruf ist“. Befeuert durch ein Praktikum beim Evangelischen Pressedienst in Hamburg, hätte sie sich lange Zeit aber auch eine journalistische Laufbahn unter dem Dach der Kirche vorstellen können.

Doch die Entscheidung fiel letztlich anders aus. In den kommenden zweieinhalb Jahren – so lange dauert das Vikariat – will Lubeck, wie sie sagt, vor allem „Menschen in ihrer Situation begleiten“. In einer „immer schnelllebigeren Zeit“ sei es umso wichtiger, „auf elementare Wahrheiten“ hinzuweisen, wie zum Beispiel andere Menschen so zu lieben, wie sich selbst“. Als Missionarin sehe sie sich allerdings nicht. Zum Pfingstgottesdienst am kommenden Sonntag, 24. Mai, 10 Uhr, in der Rellinger Kirche, Hauptstraße 27a, werden nicht nur die neuen Konfirmanten begrüßt. Auch Janina Lubeck wird ihrer Gemeinde dann als Vikarin offiziell vorgestellt.

Das evangelische  Vikariat (von lateinisch „vicarius“ für „Stellvertreter“) bezeichnet die praktische Vorbereitung für den Beruf des Pastors.  Voraussetzung ist ein mit dem  ersten theologischen Examen abgeschlossenes Theologiestudium. Der zeitliche Ablauf  ist ebenso wie die  Befugnisse der Vikare von Landeskirche zu Landeskirche unterschiedlich geregelt. Das Vikariat endet mit dem zweiten theologischen Examen. Anschließend folgt die Ordination, die Ernennung zum Pastor – zunächst für  drei Jahre auf Probe.
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