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Garden & Classic Cars in Ellerhoop : Neue Veranstaltung lockt Oldtimer- und Gartenfreunde aus der ganzen Region an

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Für viele Oldtimer-Fahrer ist der Park ein bekanntes Ziel: Veteranen-Rallyes führten schon mehrfach hierher.

shz.de von
erstellt am 09.Okt.2017 | 10:00 Uhr

Ellerhoop | Oldtimer-Treffen, das steht für Heckflossen, blitzenden Chrom, bollernde Achtzylinder. Mitten drin sitzt Jan Oosterhof aus Hamburg in seinem Cabrio. Sein Kopf ist auf Höhe der Türgriffe des Mercedes aus den 1980ern, der sich an Oosterhofs Kleinschnittger vorbeiquetscht. Das kleine Gefährt in grau-grün klingt und riecht nicht nur wie ein Kleinkraftrad, die 6 PS des Autos kommen tatsächlich von einem Motorradmotor mit 125 Kubikzentimetern Hubraum, einem Ilo aus Pinneberg. „70 schafft er auch“, erläuterte Oosterhof. „Mit Ach und Krach allerdings.“ Als er sein Auto rückwärts in eine Lücke auf dem Innenhof geschoben hat – einen Rückwärtsgang hat der Kleinschnittger nicht – öffnet er den Lederriemen, der die Motorhaube verschließt und zeigte die Sonderausstattung: einen elektrischen Anlasser. Daneben steckt das Seil zum Anreißen, wie bei einer Kettensäge. „Ich habe ihn schon 45 Jahre lang.“

Mit diesem Gefährt waren Oosterhof gestern am Arboretum ein Sonderparkplatz im Innenhof und freier Eintritt in den Baumpark sicher. Und natürlich viele neugierige Blicke und Fachsimpeleien. „Garden & Classic Cars“ lautete der Titel der neuen Veranstaltung in Ellerhoop. „Gestaltete Gärten und schöne Oldtimer“, das passt für Organisatorin Anja Lüttschwager aus der Geschäftsstelle des Arboretums so gut zusammen, dass sie dieses Event inszenierte. Offenbar mit Erfolg: Schon mittags sammelten sich die edlen Karossen auf zwei Sonderparkplätzen. Englische Oldtimer, die sich Lüttschwager heimlich gewünscht hatte, blieben allerdings die Ausnahme: viele Amerikaner waren vertreten, aber auch ein ganzer Ro-80-Club war mit zehn Fahrzeugen dabei, deutsche Klassiker.

Im Park selbst arbeitete die Bildhauerin Sabine Ruhle ebenfalls mit Motorkraft: Sie fertigt mit einer Kettensäge Skulpturen aus Holz. „Ich habe mit Tieren angefangen, jetzt bin ich bei Menschen“, erläuterte sie ihr Werk. „Möglichst in Bewegung“ sollen die Figuren sein. Mit Kreide markierte sie Abschnitte am eingespannten Scheit, die sie bearbeiten wollte, dann setzte sie den Zweitakter in Bewegung und hantierte vorsichtig mit der scharfen Kette. Ein Golfer beim Abschlag sollte aus dem runden Buchenabschnitt entstehen.

Bildhauerin Sabine Buhlke stellt Holzskulpturen mit der Kettensäge her.
Bildhauerin Sabine Buhlke stellt Holzskulpturen mit der Kettensäge her. Foto: Jann Roolfs
 

Shetland-Pony „Kalle Cool“ hatte den Autos eins voraus: Es konnte problemlos über die Wiese des Arboretums stapfen, der nasse Untergrund störte nicht. Auf dem Rücken trug er Kinder. Ein Pianist spielte auf, Familien gestalteten Gärten, ein Pärchen flanierte in barocken Kostümen durch den Park: Mit vielen Aktionen lockte das Arboretum zum Sonntagsausflug kurz vor dem Saisonende.

„Wir sind angerufen worden, ob wir unseren Club präsentieren und ein paar Oldtimer mitbringen.“ Da ließ sich der Lanz-Bulldog-Club Holstein mit seinem zweiten Vorsitzenden Peter Schuster aus Heede nicht lange bitten: „Wir sind mit vier Treckern hier.“

Für viele Oldtimer-Fahrer ist der Park ein bekanntes Ziel: Veteranen-Rallyes führten schon mehrfach hierher. „Wir waren vor zwei Jahren zum ersten Mal hier“, berichtete Ruth Lloyd aus Quickborn, die in einem Ford von 1932 angereist war: „Es ist eine der letzten Ausfahrten in diesem Jahr, das Wetter ist toll“, schwärmte sie. Und nach dem Kaffee wollte sie sich auch das Arboretum angucken.

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