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Kreis Pinneberg : Neue Studie besagt: Deutsche verlieren die Lust am Sparen

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Sparschweine werden geschlachtet - die Verbraucherzentrale warnt vor falschen Anlageempfehlungen.

shz.de von
erstellt am 08.Apr.2015 | 14:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Die Kassen in Deutschland klingeln: Die Einzelhändler haben 2014 das fünfte Jahr in Folge ein Plus verbucht. Laut der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ist die Kauflaune der Verbraucher so gut wie seit 2001 nicht mehr. Sparschweine werden lieber geschlachtet. Geld auf die hohe Kante zu legen, scheint derzeit nicht sehr angesagt. Nur jeder Zweite hortet mehr als 100 Euro im Monat. Das geht aus einer Studie der Comdirect Bank mit Sitz in Quickborn hervor.

Wer wissen will, warum, muss sich eine Zahl vor Augen halten: 0,05. Das ist der Leitzinssatz der Europäischen Zentralbank. Er ist so gering, dass die Banken günstige Kredite vergeben können – gleichzeitig lohnt es sich kaum noch, Geld auf der Bank zu haben. Denn auch die Sparzinsen sinken. Sie tendieren bei klassischen Anlageformen wie Sparbüchern oder Tagesgeld oftmals gegen Null.

80 Prozent der Deutschen glauben der Studie zufolge nicht an ein baldiges Ende der aktuellen Niedrigzinsphase, 38 Prozent gehen sogar davon aus, dass die Zinsen weiter fallen. Das Fazit der Umfrage: Die Bundesbürger verlieren die Lust am Sparen.

Gehen also die Einlagen der Banken zurück? „Sie sind insgesamt im letzten Jahr um 3,6 Prozent gestiegen, allerdings sind die Spareinlagen um 0,7 Prozent gesunken“, sagt Imke Gernand, Sprecherin der Sparkasse Südholstein, und verweist damit auf Produkte wie das Sparbuch. Wer seine Euro dort parkte, wusste bisher, dass sie sicher und zu einem vernünftigen Zins lagern. „Die Zeiten sind vorbei“, sagt Michael Herte von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein und fügt an: „Geld anlegen ist komplizierter, anspruchsvoller geworden“.

Spareinlagen sind derzeit unattraktiv, wenn es darum geht, das eigene Geld zu vermehren. Zudem liegen die Zinsen bei Giro-, Tagesgeldkonto und Sparbuch sogar oftmals unter der Inflationsrate. „Ein Schritt in Richtung renditestärkerer, etwas unsicherer Anlagen wie Fonds ist gefordert“, sagt Gernand. Und Herte sagt: „Man kann wählen zwischen ,Ich sichere mein Geld’ oder ,Ich gehe ein Risiko ein’.“

Die Entscheidung von Spareinlagen hin zu Geldanlagen birgt allerdings Gefahren. „Es zeigt sich aus der Vergangenheit, dass Leute häufig blind Beratern vertrauen und im Zweifel viel Geld verlieren“, sagt Herte. Es sei wichtig, dass sich die Kunden im Vorfeld gut informierten und Anlageempfehlungen stets kritisch hinterfragten. „Nach dem Gespräch sollte ich mich fragen: Habe ich das verstanden? Erst dann kann ich entscheiden“, so Herte. Die Verbraucherzentrale bietet Beratungen an.

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