Familienhilfe : Neue Sprechstunde für Eltern in Wedel

Sie setzen sich gemeinsam für glückliche Kinder ein und bieten Eltern eine Erziehungsberatung an.
Sie setzen sich gemeinsam für glückliche Kinder ein und bieten Eltern eine Erziehungsberatung an.

Die Awo eröffnet nach einer Initiative der Gorch-Fock-Schule und der Gemeinschaftsschule eine Erziehungsberatung.

shz.de von
17. Januar 2018, 12:00 Uhr

Schenefeld | Die Grundschule Altgemeinde, die Gorch-Fock-Schule und die Gemeinschaftsschule in Schenefeld haben sich mit der Arbeiterwohlfahrt (Awo) aus Wedel zusammengetan, um ein neues Angebot für Eltern von Kindern jeden Alters und Lehrer zu schaffen: eine Erziehungsberatung vor Ort. Einmal in der Woche bietet Diplom-Psychologin Urte Boekhoff eine offene Sprechstunde an. Von 8.30  bis 9.30 Uhr kümmert sie sich dienstags um die Belange der Familien. Schüler können sich auch an sie wenden. Das Sprechzimmer befindet sich in der Gemeinschaftsschule, Achter de Weiden 32, gegenüber der Cafeteria.

Die Idee hatte Eva-Maria Jürgens, Leiterin der Grundschule Altgemeinde. Für sie habe sich der Bedarf für eine Erziehungsberatung deutlich gezeigt. Auch Boekhoff sagt, dass Schenefeld in diesem Punkt unterversorgt ist. An allen Bildungseinrichtungen gibt es Schulsozialarbeiter und eine Schulpsychologin im Rathaus kümmert sich ebenfalls um die Kinder und Jugendlichen. Eine Erziehungsberatung fehlt jedoch. Boekhoff arbeitet mit den Kollegen zusammen. So soll ein Netzwerk entstehen.

Boekhoff kümmert sich bereits in Wedel um die Probleme der Eltern. Häufig erlebe sie Streitigkeiten nach einer Trennung. „Wenn das Kind sehr darunter leidet, wird es unruhig und die Leistung kann abfallen“, sagt die Psychologin. Paar- oder Familiengespräche könnten helfen, beispielsweise bei Besuchsregelungen. Auch klassische Erziehungsthemen werden an sie herangetragen. „Zum Beispiel wenn sich ein Kind viel streitet, andere schlägt und sich die Eltern nicht durchsetzen können.“ Der Übergang von der Kita in die Grundschule biete ebenfalls Potenzial für Konflikte. Das bestätigt Jürgens: „Der Tag ist schon sehr lang.“ Konzentrieren, lange sitzen, sich an Regeln halten – auf die Kinder kommt viel Neues zu. „Das ist eine Riesenumstellung“, sagt die Psychologin. In der Pubertät sind es wieder andere Probleme, wie zu langes Beschäftigen mit dem Smartphone. „Manchmal moderiere ich dann eine Familienkonferenz, um gemeinsam Regeln auszuhandeln.“ Auch Lehrer können sich an die Erziehungsberatung wenden. Wenn sich Schüler im Unterricht auffällig verhalten, ein Elterngespräch aber nichts bringt. Boekhoff könne eine Brücke schlagen zwischen Eltern und Lehrer. „Es ist einfach schön zu wissen, dass jemand vor Ort ist“, bringt Dirk Ziegenhagen, Leiter der Gemeinschaftsschule, es auf den Punkt. Darüber freut sich auch Gudrun Limberg, Leiterin der Gorch-Fock-Schule.

Boekhoff rät Eltern, so früh wie möglich zu ihr zu kommen. „Auch wenn man unsicher ist, ob die eigene Erziehung richtig ist. Es kann einfach hilfreich sein, sich zu stärken.“ Verhaltensveränderungen solle man ernst nehmen. Ziegenhagen ergänzt: „Mehr Eltern sollten den Mut haben, sich Hilfe zu holen. Wir erhoffen uns von dem Angebot, dass dieser Schritt leichter fällt.“ Boekhoff bietet auf Anfrage auch außerhalb der wöchentlichen Sprechstunde Termine für Eltern an. Das offene Angebot soll den Erstkontakt erleichtern.

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