Stadt investiert 150.000 Euro : Neue Schutzkleidung für die Pinneberger Feuerwehr

Brandmeister Michael Kröplin  (rechts) und Hauptlöschmeister Michael Marciniak gehören zur Projektgruppe,  die  sich Gedanken über die neue Schutzkleidung gemacht hat.

Brandmeister Michael Kröplin (rechts) und Hauptlöschmeister Michael Marciniak gehören zur Projektgruppe, die sich Gedanken über die neue Schutzkleidung gemacht hat.

120 neue Garnituren – sie versprechen besseren Tragekomfort und Schutz gegen Säuren und Laugen.

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16. Februar 2018, 12:00 Uhr

Pinneberg | Mehr als 400 Einsätze pro Jahr – die Pinneberger Feuerwehr rückt fast jeden Tag aus. Die Männer und Frauen riskieren dabei jedes Mal ihr Leben. Nun ist die Truppe mit neuer Schutzkleidung ausgestattet worden. „Wer Pinneberg schützt, braucht auch Menschen, die selbst geschützt werden“, sagte Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos) am Donnerstag bei der Präsentation in der Wache. Die Stadt investiert 150.000Euro für 120 Garnituren. Dabei handelt es sich um so genannte PBI-Gold-Schutzkleidung.

Schützende „Kartoffelsäcke“

Wie Wehrführer Claus Köster in der Wache an der Friedrich-Ebert-Straße erklärte, sei die Pinneberger Feuerwehr die erste Wehr in Deutschland gewesen, die damit 2006 ausgerüstet wurde. Zunächst als „Kartoffelsäcke“ belächelt, gingen auch die anderen öffentlichen Wehren nach und nach dazu über, diese Schutzkleidung zu tragen. In Pinneberg haben  die alten Garnituren ihre Lebenserwartung nach zehn Jahren und 4000 Einsätzen überschritten. Neue Schutzkleidung musste also her. Deswegen hatte sich eine Projektgruppe unter der Leitung von Hauptbrandmeister Stephan Nieber, Brandmeister Michael Kröplin und Hauptlöschmeister Michael Marciniak gebildet, um eine neue Generation von Schutzkleidung  auf den Weg zu bringen. „Es ist das  Beste, was es bisher gibt“, sagte am Donnerstag Wehrführer Claus Köster. Auch die neuen Garnituren bestehen aus PBI. Das steht für Polybenzimidazol. Dabei handelt es sich um eine hoch flammfeste Faser, die widerstandsfähig gegen Säuren, Laugen und organische Chemikalien ist. Die Spezialausrüstung bewahrt vor Hitze und Wasser, selbst kurzer Beflammung von etwa 1000 Grad Celsius hält sie stand. Auch das Krebsrisiko von Feuerwehrleuten soll die neue Schutzkleidung minimieren. „Es sind Bestandteile eingebaut worden, um Kontaminierungen zu verringern“, sagte Fred Gutmann von der Fachfirma für Feuerschutz und Sicherheit, C.B. König aus Halstenbek. Darüber hinaus habe sie noch einen verbesserten Tragekomfort.

Einen großen Vorteil gegenüber der alten Schutzkleidung bietet die in die Feuerwehrüberjacke integrierte Rettungs- und  Halteschlaufe (IRS) – untergebracht in einer Depottasche. Brandmeister Kröplin und Hauptlöschmeister Marciniak demonstrierten am Feuerwehrfahrzeug anschaulich, wie sie funktioniert. Die Vorteile: mehr Sicherheit im Arbeitsalltag, an einem rutschigen Hang oder bei Löscharbeiten auf der Leiter. „Dazu werden wir Schulungen durchführen“, sagte Kröplin.

Köster betonte, dass es sich bei der neuen Ausrüstung um kein Geschenk handelt: „Sie ist notwendig für gute Einsätze mit guter Ausrüstung.  Die neue Einsatzschutzbekleidung ist eine Investition in die Zukunft.“René Erdbrügger

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