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Kreis Pinneberg : Neue Regionalleitstelle wird teurer als geplant

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Neubau wird mit 17,4 Millionen Euro teurer als bisher geplant. Rettungsdienstkooperation braucht Platz für Erweiterungen bis 2025.

shz.de von
erstellt am 14.Apr.2015 | 12:15 Uhr

Elmshorn | Der Neubau der Kooperativen Regionalleitstelle in Elmshorn rückt näher. Nun haben die Architekten ihre Entwürfe fertiggestellt. Die Leitstelle soll auf einem Waldstück nördlich des bestehenden Gebäudes errichtet werden. Der Hubschrauberlandeplatz kann so erhalten bleiben. Die Leitstelle wird allerdings teurer als geplant. Statt der bisher geschätzten 16,3 Millionen Euro wird sie nun mindestens 17,4 Millionen Euro kosten.

Wichtige Gründe sprechen aus Sicht der Pinneberger Kreisverwaltung für das Waldstück: Die Bauarbeiten stören den Betrieb der Leitstelle demnach kaum. Der Landeplatz für Hubschrauber könne im Notfall zudem weitergenutzt werden. Außerdem böte nur das Waldstück die Möglichkeit, die neue Leitstelle in Zukunft während des laufenden Betriebs zu erweitern. Die Rettungsdienstkooperation Schleswig-Holstein (RKISH) hatte angekündigt, dass sie bis 2025 wegen des demographischen Wandels und der damit einhergehenden zunehmenden Zahl der Einsätze fünf neue Fahrzeughallen für Rettungswagen benötigt. Ein Bodengutachten hat ergeben, dass auf dem Waldstück nur dann gebaut werden kann, wenn 16 Meter lange Betonpfähle im Grund das Fundament tragen. Das schlägt mit etwa 500.000 Euro zu Buche.

Während der kommenden Wochen beraten der Umwelt-, Finanz- und Hauptausschuss des Kreistags über die Pläne. Der Kreistag fällt dann Mitte Mai die Entscheidung, ob mit dem Bau begonnen werden soll. Eine Lenkungsgruppe aus Politikern hat die Planungen begleitet. „Weitere Kostensteigerungen werden nicht erwartet, auch wenn man das nie völlig ausschließen kann. In der Verwaltungsvorlage sind die Kosten transparent und schlüssig dargestellt“, teilte Oliver Carstens, Sprecher der Kreisverwaltung mit. Großer politischer Streit wird nicht erwartet, wie aus Reihen der Kreistagspolitiker zu hören ist.

Sollten die Gremien die Pläne durchwinken, kann laut Verwaltung im Herbst mit den Ausschreibungen begonnen werden. 2018 würden die Rettungskräfte dann einziehen. Wird das alte Gebäude abgerissen oder weitergenutzt? Was mit der alten Leitstelle passiert, steht noch nicht fest. „Erste Überlegungen werden frühestens 2016 oder 2017 konkret. Bisher hat es nur erste Gespräche mit und Kontakte zu möglichen Nachnutzern“, teilte Carstens mit.

Auf einer anderen Baustelle der Rettungskräfte geht es voran. Für den zweiten Bauabschnitt der Kreisfeuerwehrzentrale in Tornesch laufen die Ausschreibungen. „Wir rechnen mit dem Spatenstich im Mai“, sagte Oliver Carstens, Sprecher der Kreisverwaltung. Geplant ist der Bau neuer Werkstätten, einer Prüfhalle und von Lagerräumen. Sie sollen bis zum Winter 2016 fertig sein. Der zweite Bauabschnitt koste 4,9 Millionen Euro. Die symbolischen Schlüssel für eine neue Fahrzeughalle waren bereits Ende November übergeben worden. Dort stehen nun Einsatzwagen des ABC-Dienstes. Das Projekt hatte laut Verwaltung 9,5 Millionen Euro gekostet.

Seit 2010 haben Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei eine gemeinsame Leitstelle – die Kooperative Regionalleitstelle (KRLS). Sie galt als Vorzeigemodell einer öffentlich-privaten Partnerschaft (Public Private Partnership). Doch es gab immer wieder Probleme mit der Technik. Die KRLS koordiniert für die Kreise Pinneberg, Steinburg und Dithmarschen Rettungsdienste, Feuerwehren und Katastrophenschutzeinheiten sowie Polizeieinsätze für die Kreise Pinneberg, Segeberg, Steinburg und Dithmarschen.

2010 wurde ein Anbau der Leitstelle in Betrieb genommen. Anschließend lieferten sich der Kreis und der private Investor wegen gravierender Baumängel eine langwierige Auseinandersetzung. Hauptstreitpunkt waren Probleme im Brandschutz der Lüftungsanlage.

Selbst nach der Übernahme des Gebäudes für etwa 4,5 Millionen Euro riss der Ärger nicht ab. Die Unterlagen, welche das Unternehmen dem Kreis hinterlassen hatte, waren laut Verwaltung „sehr lückenhaft und für eine wirtschaftliche und funktionelle Untersuchung nur sehr eingeschränkt nutzbar“. Der Kreis stellte seine Mietzahlungen an den Investor ein. Der wiederum bediente Kredite für das Projekt nicht mehr. Der Kreis stand als Bürge in der Pflicht.

Die Einsatzkräfte arbeiten in einem Provisorium. Duschen wurden in Container verlagert. Retter schlugen sogar öffentlich Alarm: Weil Kommunikations- und Ortungstechnik versagte, seien Menschen gestorben, so ihre Vermutung. Der Kreistag zog die Reißleine und beschloss einen Neubau. Mitte Mai sollen die konkreten Pläne abgenickt werden

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