Appen : Neue Pläne rund um die Deponie

Die Karte zeigt das Gelände des Schäferhofs (orange), das bereits als Sonderfläche ausgewiesen ist. Auf der rot umrahmten Fläche soll der neue Recyclinghof entstehen. Die Deponie beginnt dahinter.
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Die Karte zeigt das Gelände des Schäferhofs (orange), das bereits als Sonderfläche ausgewiesen ist. Auf der rot umrahmten Fläche soll der neue Recyclinghof entstehen. Die Deponie beginnt dahinter.

Schäferhof stellt bei der Einwohnerversammlung in Appen Konzept für Recyclinghof am Fuße der Mülldeponie vor.

shz.de von
29. Januar 2015, 16:00 Uhr

Appen | Etwas misstrauisch blickten viele Appener zum Podium während der Einwohnerversammlung im Bürgerhaus am Dienstagabend. Rainer Adomat vom Schäferhof stellte das neue Konzept für den Recyclinghof am Fuße der Deponie vor. Bürgermeister Hans-Joachim Banaschak (CDU) versuchte, die Gemüter zu beruhigen: „Das Thema ist durch, die Deponie ist abgedeckt.“ Das Areal werde vom Schäferhof übernommen. „Wir habe einfach zu viele schlechte Erfahrungen gemacht“, sagte Walter Lorenzen (SPD). Adomat konnte jedoch die Bedenken mit seiner Präsentation weitestgehend zerstreuen. Kritische Nachfragen gab es wenige.

Bisher sei das Gelände ein Umschlagplatz. Dort werde der Schrott grob sortiert und abgeholt. Adomat und Enno Simonis, Geschäftsführer der Hamburger Entsorgungsfirma Otto Dörner, schwebt eine neue Verbindung von Recyclingwirtschaft und Sozialwirtschaft vor. Auch die Lebenshilfe ist mit im Boot. Das Projekt nennt sich „Schäferhof Recycling Plus“. Gebrauchte Baustoffe, Bauteile und Materialien, die vor allem bei Abbruch und Umbau anfallen, sollen verkaufsfähig aufbereitet und in einem Baumarkt für Gebrauchtes sowie einer Online-Bauteilbörse wieder verkauft werden. Auch Produkte, die auf dem Schäferhof produziert werden wie zum Beispiel Hackschnitzel und Kompost sollen angeboten werden. 12 Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung oder sozialer Benachteiligung sollen dadurch entstehen. Eine Besucherin fragte nach der Lärmbelästigung aufgrund des neuen Projekts. Die Verkehrsbelastungen sollen laut Geschäftsführer Simonis so bleiben wie sie aktuell auch sind. 2014 habe es täglich 68 Anlieferungen oder Abholungen gegeben, davon 12 mit dem Lkw.

Die Projektplanung ist notwendig, denn die Betriebserlaubnis des jetzigen Recyclinghofs endet am 31. Dezember 2016. Um die Fläche weiter nutzen zu können, müsste die Sonderfläche des Schäferhofes, die vom Landschaftsschutzgebiet ausgenommen ist, erweitert werden, der Flächennutzungsplan geändert werden. Es geht um eine Größe von etwa zwei Hektar. An die Sonderfläche des Schäferhofs sind besondere Bedingungen geküpft. Das Gelände darf zwar landwirtschaftlich genutzt werden – allerdings nur zu einem sozialen Zweck mit Beschäftigungsmöglichkeiten. Das wäre auch beim neuen Recyclinghof der Fall.

Ob das Projekt verwirklicht wird, hängt zunächst vom Gemeinderat ab. Aber auch Kreis und Land müssten zustimmen und werden genaue Vorgaben machen, sagte Adomat. Die Öffentlichkeit würde ebenfalls mehrfach informiert.

Zahlen kamen bei der Bürgerversammlung noch keine auf den Tisch. Das sei zum jetzigen Zeitpunkt „einfach unseriös“, so Adomat. Auf jeden Fall solle eine Halle gebaut werden, ansonsten könne das Gelände so genutzt werden. Riesige Gewerbesteueraufkommen wird es aber wohl nicht geben. „Ich glaube nicht, dass das hier das Mega-Geschäft wird“, sagte Geschäftsführer Simonis. Es sei aber ein tolles, gemeinsames Projekt. Etwas Geld wird aber wohl dabei rumkommen, schließlich erklärte Adomat, dass die Recyclingfirma auch die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Schäferhofs stärken soll, um die Sicherung und Beobachtung der Deponie sicherzustellen.

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