Hasloh : Neue Mitte: Beschluss vertagt

Die rot umrandete Fläche ist der Bereich, der nach und nach mit 130 Wohneinheiten bebaut werden soll.
Die rot umrandete Fläche ist der Bereich, der nach und nach mit 130 Wohneinheiten bebaut werden soll.

Flächennutzungsplan lässt viele Fragen offen. Eine Sondersitzung wurde für den 18. September anberaumt

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31. August 2018, 16:00 Uhr

Es war nicht das Ergebnis, das sich viele der Zuschauer und auch einige Politiker erhofft hatten: Die Beschlussfassung zur 17. Änderung des Flächennutzungsplans, der den zweiten Bauabschnitt der Hasloher Neuen Mitte auf den Weg bringen soll, wurde im Anschluss an fraktionsinterne Beratungen während einer Sitzungsunterbrechung vertagt. „Wir werden diese Fragen in einer Sondersitzung am Dienstag, 18. September, klären“, kündigte Thomas Krohn (CDU), Vorsitzender des Bau- und Wegeausschusses, an.

Dieser Entscheidung vorausgegangen war die Präsentation von Julia Henkel vom Planungsbüro WRS, die die Änderungen des Flächennutzungsplans zusammenfasste. Schon zu Beginn merkte Kay Löhr (FDP) an, dass die Vorlagen zum Tagesordnungspunkt nicht vollständig gewesen seien und er noch einige offene Fragen habe.

Norbert Schadendorf (PfH) schlug vor, für die an der Ladestraße geplanten mehrgeschossigen Häuser Tiefgaragen zu planen. „Die vorgesehene Anzahl an Stellplätzen ist absolut nicht ausreichend“, betonte er. Ein Parkplatz pro Wohneinheit sei viel zu wenig. Der Debatte darum, dass Investoren nicht vorgeschrieben werden könne, wie sie zu bauen hätten, setzte Löhr entgegen: „Es ist durchaus möglich, eine Stellplatzsatzung festzulegen.“

Henkels Vorschlag, den Geltungsbereich des Plans um die Fläche des maroden alten Bahnhofsgebäudes zu erweitern, wurde von Bürgermeister Bernhard Brummund (SPD) unterstützt: „Das Gelände ist derzeit nicht bebaubar, weil es im Flächennutzungsplan nicht vorgesehen ist. Der Eigentümer will die Mehrkosten dieser Änderung übernehmen.“ Der Investor hat seine Planungen bereits vorgestellt (unsere Zeitung berichtete). Inzwischen liegt beim Kreisbauamt auch eine Bauvoranfrage für das neue Gebäude vor.

Löhr zeigte sich erstaunt, dass wegen der Bedürfnisse eines einzelnen Bauherrn nun der Plan geändert werden soll. „Das Thema wurde in unserer Fraktion kontrovers diskutiert. Wie wäre es mit einem Grundstückstausch: Der Investor bekommt eine Fläche in der Neuen Mitte, und die Gemeinde überplant den Bahnhof“, stellte er in den Raum. Jürgen Hofmann (SPD) gab bekannt, dass das Bauvorhaben des Investors „fast einstimmig“ in der Fraktion abgelehnt worden sei.

Der Hauptpunkt der Debatte war jedoch die Verkehrsplanung. „Das Konzept muss stehen, bevor wir 130 Wohneinheiten errichten“, forderte Löhr. Sollten der Flächennutzungs- und der Bebauungsplan in dieser Form beschlossen werden, seien nachträgliche Änderungen kaum noch möglich, weil die Angaben, die in der Begründung stehen, dann festgeschrieben seien. „Wir können das so nicht beschließen“, bekräftigte Löhr. Er forderte außerdem, dass ein Verkehrsgutachten in Auftrag gegeben werden soll, da das Konzept, das derzeit im Rahmen des Erschließungsauftrags erarbeitet wurde, weder vollständig noch glaubhaft sei.

Die zahlreichen offenen Fragen führten schließlich dazu, dass die Sitzung unterbrochen wurde, damit die Fraktionen beraten konnten. Das Ergebnis war der einstimmige Beschluss, dem Flächennutzungsplan nicht zuzustimmen und in einer Sondersitzung zu beraten.

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