zur Navigation springen

Vandalismus in Prisdorf : Neue Lärmschutzwände am Bahnhof mit Farbe beschmiert

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Vandalismus verursacht bundesweit jährlichen Schaden von 30 Millionen Euro.

shz.de von
erstellt am 21.Apr.2016 | 10:00 Uhr

Prisdorf | Es ist ein trauriger Anblick: Die erst im Frühjahr vergangenen Jahres installierten Lärmschutzwände am Prisdorfer Bahnhof sind von Unbekannten großflächig mit Farbe beschmiert worden. Mit Kunst oder einem Mitteilungsbedürfnis hat das nicht viel zu tun. Offensichtlich haben Unbekannte dort schlicht einen Farbeimer entleert. Die Wand ist vollkommen verschmiert.

Die Bahn hatte eine 690 Meter lange und drei Meter hohe Lärmschutzwand auf der nördlichen Seite der Gleise errichtet. Sie geht vom Rehmen über die Koppelstraße bis zum Hudenbarg. Die Kosten beliefen sich damals auf 993.600 Euro. Die Summe wurde komplett aus Bundesmitteln finanziert.

Für die Instandsetzung der Schutzwand sei die Gemeinde daher nicht zuständig, so Bürgermeister Wilfried Hans (CDU). Trotzdem ist er nicht erfreut über die verunstaltete Wand. Er will sich dafür einsetzen, dass die Farbe zeitnah entfernt wird. Die Deutsche Bahn hat regelmäßig mit solchen Schmierereien zu kämpfen, sagt Sabine Brunkhorst, Sprecherin der DB Mobility Logistics AG für Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bremen. Graffiti an Lärmschutzwänden würden generell nicht entfernt, da kurz danach wieder neue da seien. Brunkhorst: „Das ist ein Kampf gegen Windmühlen, den wir nicht gewinnen können.“ An Bahnhöfen bemühe man sich um eine Entfernung, weil das Sicherheitsempfinden der Reisegäste dadurch beeinträchtigt werde.

Laut Brunkhorst entsteht der Deutschen Bahn durch Vandalismus und Graffiti bundesweit jährlich ein Schaden von 30 Millionen Euro. Der durch Graffiti entstandene Schaden lag 2014 mit 8,1 Millionen Euro um gut 20 Prozent höher als im Vorjahr. Aktuelle Zahlen für das Jahr 2015 liegen laut Sprecherin Brunkhorst noch nicht vor. Die Täter müssten damit rechnen, dass Anzeige erstattet werde, so die Sprecherin. „Es ist und bleibt Sachbeschädigung“, stellt sie klar. In diesem Fall sei es aber schwer, den Betreffenden zu ermitteln. Generell seien solche Schmierereien „ein immerwährendes Ärgernis“. Bis zu 30 Jahre könne die Bahn die Entschädigung einklagen, sollte der Täter gefunden werden.

Beim sozialen Netzwerk Facebook kochen die Emotionen hoch, wenn es um den Vandalismus in Prisdorf geht: „Was für Schweine“, kommentiert eine Nutzerin. Ein anderer User fordert eine Überwachung des Bahnhofs durch die Polizei oder einen privaten Wachdienst. Ein Kommentator verlangt gar körperliche Bestrafung für den Schmierfink. So weit geht die Polizei nicht. Wird der Täter erwischt, erwarten ihn aber mindestens die Reinigungskosten. „Gemeinschädliches Verändern des Erscheinungsbildes einer Sache“ nach Paragraph 304 des Strafgesetzbuchs kann mit einer Geldstrafe, aber auch mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden. Die Höhe der Strafe hänge aber unter anderem davon ab, wie schwierig die Schmierereien zu entfernen sind und wie groß der Schaden ist, so Polizeisprecherin Sandra Mohr.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen