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Die Betriebe entwickeln sich gut : Neue Konjunkturumfrage im Kreis Pinneberg

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

37 Prozent der befragten Unternehmen bewerten ihre aktuelle Auftragslage positiv. Kritik gibt es an mangelnden Investitionen in die Infrastruktur.

shz.de von
erstellt am 16.Dez.2015 | 09:18 Uhr

Kreis Pinneberg | „Die Unternehmen blicken auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Die Auftragsbücher sind voll und es wird vermehrt Personal eingestellt“, sagte Ken Blöcker, Geschäftsführer des Unternehmensverbands Unterelbe-Westküste, gestern bei der Vorstellung der neuen Konjunkturumfrage.

Die aktuelle Auftragslage werde von 37 Prozent der Unternehmen im Kreis Pinneberg besser bewertet als im Vorjahr – in Nordfriesland teilten nur elf Prozent der Firmeninhaber diese Einschätzung. 33 Prozent der 58  befragten Unternehmen im Kreis Pinneberg rechnen demnach für das kommende Jahr mit steigenden Auftragseingängen – nur zwölf Prozent erwarten einen Rückgang. „Das sind deutlich weniger als im restlichen Verbandsgebiet“, stellte Sebastian Koch, zweiter Geschäftsführer des Unternehmensverbands fest. 28  Prozent der Unternehmen im Kreis Pinneberg vermeldeten für das abgelaufene Jahr eine hundertprozentige Auslastung. „Damit ist der Unterelbe-Raum insgesamt besser ausgelastet als die Westküste“, sagte Blöcker.

Doch trotz der positiven Entwicklungen sparten die Verbandsverantwortlichen nicht mit Kritik. „Die derzeit gute Lage von Konjunktur und Arbeitsmarkt darf nicht über einige große Probleme hinwegtäuschen, die insgesamt unsere Wettbewerbsfähigkeit bedrohen. Es sind politische Entscheidungen notwendig, die mehr öffentliche und private Investitionen im Land fördern“, mahnte Blöcker. Zwei von drei Unternehmen fühlen sich laut der Umfrageergebnisse durch den Bürokratieaufwand in ihrem wirtschaftlichen Handeln belastet. Dies betreffe vor allem die Aufzeichnungspflicht beim Mindestlohn. „Die Bürokratie ist durch die Aufzeichnungspflicht nicht weniger geworden. Durch den Bürokratieabbau müssen wir den einen oder anderen Fragebogen weniger ausfüllen, aber damit kriegen wir richtig was oben drauf“, berichtete Peter Hatje, Geschäftsführer der Betonwerke Hacon in Rellingen, aus der Praxis. „Bei allem, was von starren Anstellungsverhältnissen abweicht, macht es die Aufzeichnungspflicht komplizierter, Mitarbeiter, die man nur für einige Monate braucht, flexibel einzusetzen“, sagte Koch. Gleiche Probleme gebe es bei Rentnern, die sich etwas hinzuverdienen wollen.

„Wir sehen die Gefahr, dass wir in zwei Jahren nicht so gute Zahlen präsentieren können, weil die entsprechenden Rahmenbedingungen nicht geschaffen wurden“, sagte Blöcker. Investitionen in Straßen, Schiene und Breitband seien notwendig, um den wirtschaftlichen Erfolg langfristig zu sichern. „Wenn so viele Steuereinnahmen da sind wie aktuell, kann die Infrastruktur verbessert werden“, sagte Koch. Das forderte auch Hatje: „Das Verkehrsaufkommen steigt und steigt und steigt. Es fällt uns in zehn Jahren vor die Füße, wenn jetzt nichts getan wird.“ Blöcker hoffe auf einen baldigen Bau der Küstenautobahn A20: „Dieses Zukunftsprojekt würde ein Signal an die Wirtschaft senden.“ Zur weiteren Verzögerung durch den Fund eines Adlerhorsts sagte Michael Hentrich, Prokurist der Firma Silvana Tiernahrung: „Das kam für mich wie das letzte Ass im Ärmel, das man jetzt gezogen hat.“ Koch plädierte für den Bau: „Wir sind nicht für die A20, weil wir Beton in der Landschaft so schön finden, sondern weil wir sie brauchen, um Produkte von A nach B zu bewegen.“ Alle waren sich einig: Es muss jetzt Geld investiert werden.

 

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