Anstoss - Die HSV-Kolumne : Neue Investoren mit neuem Aufsichtsratschef

Lars Zimmermann
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Lars Zimmermann

Bald ist Mitgliederversammlung des HSV - Zeit sich über die Zukunft des Vereins Gedanken zu machen.

shz.de von
11. Januar 2015, 06:00 Uhr

Hamburg | Bei der Mitgliederversammlung des HSV am 25. Januar wird es auch um die Zukunft von Karl Gernandt gehen. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Fußball AG war im Sommer 2014 mit großen Versprechungen angetreten und wollte vor allem neue Investoren an Land ziehen. Die sind bisher nicht in Sicht. Auch sonst hat der Schützling des Logistikmilliardärs und HSV-Edelfans Klaus-Michael Kühne nichts bewegt und ist deshalb schlicht und einfach überflüssig. Positiv ist bisher nur zu vermerken, dass der neue Aufsichtsrat im Gegensatz zu früheren Gremien nicht für Unruhe und Indiskretionen sorgt und Profilneurotiker wie Jürgen Hunke nichts mehr zu melden haben. Das reicht aber nicht aus. Es scheint fast so, als ob Gernandt und Co. gar nichts tun.

Der Aufsichtsratsvorsitzende hat seinen Posten wohl auch bekommen, weil die Hamburger auf weitere Kühne-Millionen hofften. Dafür wurde in Kauf gekommen, dass einer seiner Vertrauten in die Verantwortung rückt. Da aber das Kühne-Geld ausbleibt, gibt es keinen Grund, den Milliardär über Gernandt Einfluss nehmen zu lassen. Zumal dadurch potentielle andere Investoren abgeschreckt werden. Die sind aber dringend notwendig, um die Finanz-Not zu lindern. Denn bei 100 Millionen Euro Schulden hat das kompetente Führungsteam um Dietmar Beiersdorfer kaum Chancen, einen sportlichen Aufschwung herbeizuführen. Da die Chancen auf zusätzliche Finanzspritzen ohne Gernandt größer sein dürften, muss dieser weg.

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