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Pinneberger Tageblatt

18. August 2017 | 09:06 Uhr

Neue GeWoGe will ans Ilo-Areal

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Millionen-Konzept: Entscheidung vertagt / Bauamtschef: Genossenschaft kooperiert mit dem potenziellen Investor Bouwfonds

Etwa fünf Hektar Bauland in Bahnhofsnähe. Ein Investor, der bis zu 700 Wohneinheiten hochziehen will. Seit Mitte Februar diskutiert Pinneberg über den Plan des Konzerns Bouwfonds, der sich für das Ilo-Gelände interessiert. Am Dienstagabend verzichtete die Politik während der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung auf ein endgültiges Urteil. Es soll in den Fraktionen beraten werden.

Zuvor hatte Bauamtschef Klaus Stieghorst mit einer Präsentation für das Projekt geworben. Es gebe eine „Nachfrage nach öffentlich gefördertem Wohnraum“. Zudem sei es am Standort in den vergangenen 20 Jahren nicht gelungen, Gewerbe anzusiedeln.

Laut Stieghorst hat Bouwfonds für das Projekt mehrere Partner im Boot. So würden die Projektentwickler mit der Neuen GeWoGe kooperieren. In Verantwortung der Pinneberger Baugenossenschaft könnten 200 Wohneinheiten entstehen. Genossenschafts-Vorstand Wolfgang Hermann bestätigte gestern, dass es Kontakt zu Bouwfonds gab: „Aber es gibt noch nichts Schriftliches.“

Weitere 300 Wohneinheiten könnte ein noch ungenannter Partner schultern, den Rest Bouwfonds selbst. Der Investor hat laust Stieghorst zudem zugesagt, die seit Jahrzehnten unter dem Ilo-Gelände schlummernde Hausmülldeponie zu entsorgen. Zur Erinnerung: Pinneberg hatte jahrelang mit den Besitzern des Ilo-Geländes, der Familie Rahimi, darüber gestritten, wer den Müll entsorgen muss. Letztlich hatte die Stadt vor Gericht den Kürzeren gezogen. SPD-Mann Gerhard Thomssen bezeichnete den Standort Ilo-Gelände prinzipiell als „sehr interessant“, ließ jedoch keinen Zweifel daran, dass die hohe Anzahl der geplanten Wohneinheiten auch ihm zu denken gibt. Es müsse jetzt darum gehen, Vor- und Nachteile des Konzepts nüchtern gegeneinander abzuwägen. Die Präsentation Stieghorsts sei diesbezüglich eine gute Grundlage. „Vielleicht ist es ja möglich, die Zahl der Wohnungen zu reduzieren und einen vernünftigen Mix mit Gewerbe hinzubekommen“, so Thomssen.

Manfred Stache (Grüne) schlug da ganz andere Töne an. Pinneberg werde „mit Wohnungen dichtgepflastert“. Die Stadtverwaltung hätte dem potenziellen Investor längst absagen müssen, zumal seine Fraktion seit langem vergeblich auf eingeforderte Bevölkerungsstatistiken warte. „Völlig abwegig, dass uns so etwas überhaupt vorgestellt wird“, so Stache. „Was in Pinneberg passiert, ist krank.“

CDU-Bauexperte Klaus Seyfert drückte sich diplomatischer aus: „Die Anzahl der Wohneinheiten passt uns nicht, wir wünschen uns mehr Gewerbe.“ Es sei „unverständlich, dass ein Investor derart Druck macht“, so der Christdemokrat. Hintergrund: Bouwfonds hat Zusage innerhal weniger Wochen erbeten.

Birgit Klampe (FDP) kritisierte ebenfalls die „zu hohe Anzahl an Wohnungen“. Auf dem Gelände des Güterbahnhofs biete sich die Ansiedlung von Gewerbe an. Laut Bauamt müsste Pinneberg für den Fall der Umsetzung des Bouwfonds-Konzepts mit Infrastrukturfolgekosten von etwa 4,7 Millionen Euro rechnen. Knapp eine Million davon könne dem Investor aufgebürdet werden.

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erstellt am 27.Feb.2014 | 16:00 Uhr

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