Hilfe für Tiere : Neue Futterküche für die Wildtierstation Klein Offenseth-Sparrieshoop

Hilfe für die Kleinen: Malin Früchtenicht versorgt in der neuen Futterküche der Wildtierstation ein Hasenjunges.
Hilfe für die Kleinen: Malin Früchtenicht versorgt in der neuen Futterküche der Wildtierstation ein Hasenjunges.

Hamburger Stiftung Vier Pfoten finanziert das Projekt mit 20.000 Euro. Neues Becken für Wasservögel und Seehundbabys.

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15. März 2018, 10:00 Uhr

Klein Offenseth-Sparrieshoop | Die Wildtierstation Hamburg/Schleswig-Holstein in Klein Offenseth-Sparrieshoop hat eine neue Futterküche und ein neues Becken zur Betreuung von Wasservögeln und Seehundbabys. Am Mittwoch präsentierten Stationsleiter Christian Erdmann und Mitarbeiter der Tierschutzorganisation Vier Pfoten die umgebaute Garage. Vier Pfoten hatte das Bauprojekt mit 20.000 Euro finanziert.

Und der Futterküche können die Mitarbeiter der Station nun Tiernahrung lagern, Obst und Gemüse schneiden, Körnermischungen zusammenstellen und Milch für die Aufzucht von Jungtieren erwärmen. „Bisher haben wir das im Aufzuchtraum gemacht. Aber das wurde für die Tiere zu stressig. Mittlerweile arbeiten hier sechs Leute. Das wird zu unruhig“, sagt Erdmann. Außerdem spiele die Hygiene eine große Rolle. „Wenn wir kranke Tiere versorgen, können wir dort nicht gleichzeitig Futter für andere Tiere vorbereiten.“

Zu den Bewohnern der Station gehört auch ein Uhu.
Mustafa Qayumi
Zu den Bewohnern der Station gehört auch ein Uhu.
 

Ein zweiter Raum beherbergt ein Wasserbecken, das der Pflege von Vögeln und Seehundbabys dient. „Wir freuen uns, dass wir jetzt mit dem neuen Pool auch unseren Enten- und Gänseküken und unseren Hochseevögeln ein artgerechteres Zuhause bieten können. Da der Kontakt mit Menschen gerade bei Hochseevögeln besonderen Stress verursacht, ist der abgetrennte Pool abseits des sonstigen Stationsbetriebs besonders wichtig“, sagt Erdmann. Selbst Seehunde seien schon abgegeben worden. „Die kommen dann meist von der niedersächsischen Elbseite, machen bei uns Zwischenstation und ziehen dann um in die Seehundstation Friedrichskoog“, sagt Katharina Erdmann.

Ein neues Projekt ist bereits in Planung. Ein besserer Seminarraum soll her. „Viele Tierärzte kennen sich mit der Erstversorgung von Wildtieren nicht aus. Wir bieten deswegen regelmäßig Fortbildungen an und können den Bedarf kaum decken“, sagt Christian Erdmann. Eine weiterer Garage soll deswegen für Schulungen hergerichtet werden.

Symbolischer Akt: Christian Erdmann (links) und Rüdiger Jürgensen nehmen die neue Futterküche in Betrieb.
Mustafa Qayumi
Symbolischer Akt: Christian Erdmann (links) und Rüdiger Jürgensen nehmen die neue Futterküche in Betrieb.
 

Mit dem sich ankündigenden Frühling beginnt für die Mitarbeiter die Hochsaison. Jetzt ist Saison für Jungtiere: Hasen, Kitze, junge Füchse werden vermehrt in der Station abgegeben. Sie ist ein Asyl für verletzte, kranke, hilflose und verwaiste heimische Wildtiere. Auch von Behörden beschlagnahmte Exoten landen dort.

Derzeit gibt es auf dem 2,6-Hektar-Areal 100 Dauergäste. Insgesamt werden in der Station pro Jahr etwa 1500 Tiere versorgt und wieder ausgewildert. Vier Pfoten ist wichtigster Kooperationspartner. Die Stiftung finanziert die Tierschutzarbeit in Klein Offenseth-Sparrieshoop mit jährlich mindestens 100 00 Euro. Hinzu kommt Geld für Sonderprojekte.

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