Neue Feuerwache für Hasloh?

Das Gebäude an der Kieler Straße weist Mängel auf, die in naher Zukunft behoben werden müssen.
Das Gebäude an der Kieler Straße weist Mängel auf, die in naher Zukunft behoben werden müssen.

Unfallkasse legt umfangreiche Forderungen nach Veränderungen vor / Präsentation der Kameraden im Bau- und Wegeausschuss

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01. September 2018, 16:00 Uhr

Während der jüngsten Sitzung des Hasloher Bau- und Wegeausschusses hat Markus Ketelsen, Gruppenführer der Freiwilligen Feuerwehr, dem Gremium und den Besuchern einen Statusbericht präsentiert. „Wir wollen Ihnen heute erste unverbindliche Informationen zum Stand der Dinge an die Hand geben“, sagte Ketelsen. Hintergrund sind unter anderem die Forderungen der Feuerwehr-Unfallkasse, die einige Punkte am jetzigen Zustand der Feuerwache bemängelt.

Zunächst zeigte Ketelsen auf, was sich im Lauf der vergangenen Jahre verändert hat: Höhere Einsatzzahlen, vielfältigere Aufgaben mit neuer Technik, gefährlichere Einsätze, die Einführung der neuen Abgasnormen und neue Fahrzeugabmessungen beschreiben nur einen Teil des Wandels. Insbesondere die Forderungen der Unfallkasse machen laut Ketelsen Veränderungen unumgänglich. „Wir benötigen mehr Parkplätze für die Einsatzkräfte, die Alarmwege müssen frei von Hindernissen sein, die Tore der Fahrzeughalle müssen der Norm entsprechen“, begann Ketelsen die umfangreiche Aufzählung.

Nach Geschlechtern getrennte Umkleiden seien in der jetzigen Halle ebensowenig vorhanden wie ein zweiter Flucht- und Rettungsweg aus dem Schulungsraum im Obergeschoss. „Die Hygiene in der Atemschutzwerkstatt ist nicht ausreichend gewährleistet, es gibt keine Duschmöglichkeiten, um nach Einsätzen Kontaminierungen zu verhindern“, berichtete der Gruppenführer weiter.

Ein gravierendes Problem stelle auch die Situation in der Fahrzeughalle dar. „Die Ausfahrt zum öffentlichen Verkehrsraum ist ungünstig, vor der Halle ist zu wenig Platz“, sagte Ketelsen. Darüber hinaus fehlten Stellplätze. „Der MTW ist in einer Garage auf der anderen Straßenseite untergebracht – die Unfallkasse hat angemahnt, dass dieser Zustand nur noch bis Ende des Jahres geduldet wird“, gab der Gruppenführer bekannt.

Vor ein massives bauliches Problem stellt die Kameraden die neue Abgasnorm „Euro 6“: „Noch ist die Höhe der Fahrzeuge 3,30 Meter, die neuen Löschfahrzeuge sind jedoch 20 Zentimeter höher“, erläuterte Ketelsen. Die Tore entsprechend zu erhöhen, sei nur eine Notlösung, denn „die geforderte Höhe von 4,50 Meter wird nicht erreicht – und die geforderte Torbreite ist auch nicht vorhanden.“

Auch der Anbau einer Treppe als zweiter Flucht- und Rettungsweg ist problematisch: „Die einzige Möglichkeit wäre nach hinten auf die Parkplätze – was wiederum mit dem Verlust von Stellplätzen einhergeht“, erklärte der Gruppenführer.

Vor dem Hintergrund, dass auch der Musikzug der Feuerwehr mit Platzproblemen zu kämpfen hat und zudem wegen Beschwerden der Anwohner nur noch bei geschlossenen Fenstern geprobt werden könne, hätten die Kameraden ausgerechnet, was es kosten würde, die Forderungen der Unfallkasse zu erfüllen und diese zu vergleichen mit den Kosten, die ein Neubau verursachen würde, der dann von Wehr und Musikern genutzt wird.

„Bereits geplant sind die Erhöhung des Tores, die Erneuerung der Heizungsanlage, Malereiarbeiten, die Erweiterung der Parkplätze auf dem Kirchengrundstück und der Bau einer Doppelgarage dort“, zählte Ketelsen auf. Kosten: 408 000 Euro. Die weiteren Forderungen zu erfüllen, setze die Wehr mit knapp 800 000 Euro an. „Macht das alles noch Sinn?“, stellte der Gruppenführer in den Raum.

„Wenn nicht jetzt, wann dann sollen wir genauer hinschauen, ob sich die Investitionen in ein unzureichendes Gebäude lohnen?“, lautete die nächste Frage. Ketelsens Vorschlag: Die Gemeindevertreter und der Vorstand der Feuerwehr sollen sich gemeinsam an einen Tisch setzen und einen groben Kostenplan erstellen, um einen Umbau und den Neubau gegenüberzustellen. Nach dem geschätzten Raum- und Flächenbedarf der Feuerwehr würde ein Neubau mit etwa 3 Millionen Euro zu Buche schlagen.

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