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Pinneberger Tageblatt

22. Oktober 2017 | 08:50 Uhr

Pinneberg : Neue Ausstellung in der Drostei

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Zwischen Vorhölle und Toteninsel: Die Ausstellung „Kataster – Von der Fläche in den Raum“ spielt mit dem Inneren der Drostei. Vernissage beginnt morgen um 19 Uhr.

shz.de von
erstellt am 23.Apr.2015 | 14:00 Uhr

Pinneberg | Ihre fotografischen Arbeiten sind gerastert, abstrahiert, aufgelöst. Ihre Plastiken spielen mit Licht und Schatten. Sie laden Besucher ein, den Gang über die venezianische Toteninsel nachzuempfinden, sich die Frage der urbanen Identität oder nach dem Ende des Lebens zu stellen. Sie laden auch dazu ein, sich beim Gang durch die Räume der Drostei während der Ausstellung „Kataster – Von der Fläche in den Raum“ von Freitag, 24. April, bis Sonntag, 14. Juni, einfach überraschen zu lassen. Die Hamburger Künstlerinnen Adriane Steckhan (44) und Stilla Seis (52) sind am Werk. Wie das ausschaut, zeigen sie bereits während der Vernissage morgen, 24. April, ab 19 Uhr.

„Ich bin sehr offen, Ausstellungen zu realisieren, die mit der Drostei spielen“, betont Stefanie Fricke, Künstlerische Leiterin der Drostei. „Zu sehen, wie sich das Gebäude verändert, dass es kein altbackener Klotz ist, sondern Künstler zu Herausforderungen einlädt“ , ergänzt sie.

Diese Herausforderung haben Steckhan und Seis angenommen. Mit ihren fotografischen Arbeiten, Installationen, Videos und Skulpturen wollten sie die Räume anders nutzen, „als sie vorgegeben sind“, wie Steckhan erläutert. Freie Räume stehen dabei „sinnbildlich für freie Denkräume“, sagt Seis.

Installation leuchtet nachts

Zu sehen gibt es trotzdem genug. Gerasterte Knäckebrot-Fotografien täuschen optisch auf den ersten Blick bereits beim Betreten der Ausstellung. Die Fensterfronten des großen Saals werden mit großen durchscheinenden Arbeiten bespielt, die zypressengesäumte Ausblicke auf die venezianische Toteninsel bieten. „Eine Minute und sieben“ nennt sich das Kunstwerk. Die Fotografien sind aus einem von Steckhahn selbst produziertem Film entnommen. „Den habe ich heimlich gedreht“, gibt die Künstlerin zu. Denn Filmen sei auf der Insel verboten. „Wir planen, nachts das Licht brennen zu lassen“, kündigt Fricke an. So werden die Pinneberger ein bisschen Toteninsel auch beim nächtlichen Spaziergang über den Drosteiplatz von außen sehen können.

Im nächsten Raum ist eine Installation von Seis zu sehen. Weiße Keramik-Kegel warten auf die Sonne. Täglich um 15.10 Uhr zeigt sich die Installation in perfektem Licht. „Ich sehe etwas, was mit mir völlig losgelösten Umständen zu tun hat, der Rotation der Erde“, sagt Seis, die bereits in früheren Installationen mit der Sonne gearbeitet hat.

Die Besucher wandeln weiter zwischen analoger und digitaler Welt, gewinnen bewegte Einblicke in die Vorhölle und die Phantomstadt. Der Begriff Kataster beschreibt Dinge oder Sachverhalte mit Raumbezug. Der Ausstellungstitel spielt auf die frühere Funktion der Drostei als Katasteramt an, beschreibt aber genauso die Arbeitsweise der beiden ausstellungserprobten Künstlerinnen. Sie haben besondere Verbindungen zum Kreis Pinneberg. So war Steckhan Schülerin des Kreiskulturpreisträgers 1991 Professor Erhard Göttlicher an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg. Seis war bereits 2013 bei der Regionalschau „Stadt, Land, Fluss“ von Künstlergilde und Drostei mit einer großen Wandarbeit vertreten.

Die Ausstellung „Kataster – Von der Fläche in den Raum“ startet morgen, 24. April, um 19 Uhr mit einer Vernissage. Musikalische Unterhaltung kommt von Ride Lonsesome. Die Einführung gibt Hans-Dieter Sommer. Die Künstlerinnen werden anwesend sein. Geöffnet bleibt die Ausstellung bis zum 14. Juni mittwochs bis sonntags von 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet drei Euro, ermäßigt 1,50 Euro. Schüler bis 18 Jahren haben freien Eintritt. Am Sonntag, 10. Mai, führen die Künstlerinnen um 14.30 Uhr durch die Ausstellung. Der Eintritt kostet fünf Euro, ermäßigt drei Euro. Inhaber der Drostei-Jahreskarte haben freien Eintritt.
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