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Quickborn : Neue Ausstellung im Offenen Atelier

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Ausstellung im Offenen Atelier Quickborn bis 24. Oktober zu sehen. Mehrere Künstler nähern sich dem Thema auf unterschiedliche Weise.

Quickborn | „Der Garten der Zukunft“ lautet der Titel der aktuellen Ausstellung im Offenen Atelier Quickborn. Es ist ein gelungener Ansatz, daraus eine Gruppenausstellung zu machen. Denn zu diesem vielschichtigen Thema gibt es nicht die eine, einfache Antwort, sondern noch nicht einmal eine einfache Frage. Wie nimmt der Mensch die Natur wahr? Wie verschiebt sich der Naturbegriff mit ihrer Domestizierung durch den Menschen? Was ist noch Natur, was ist schon ihr Simulacrum, ihr technisches Surrogat?

Die Simulation von Natur ist vom mit der Nagelschere gepflegten Vorgarten bis zu auf Mineralwollesubstrat gezüchteten Normtomaten allgegenwärtig. Dieser – durch die technische Manipulation – Einbruch des Synthetischen in das Leben ist das Thema von Edwin Zaft. „Wie wird es aussehen, wenn der Mensch die Natur weiter mit der Technik verwebt?“, fragt Zaft. „Werden wir uns wohlfühlen in der simulierten Natur?”

Der Künstler untersucht dies anhand eines Schattenspiels: Eine Projektion durch Technik bewegter toter Materie imitiert eine Lebendigkeit, die ihr nicht innewohnt. Es ist das Synthetische dieser Vortäuschung von Leben, die so verstörend wirkt. Sie steht wie ein Fragezeichen vor der schleichenden Technisierung natürlicher Lebensprozesse, wie sie die Lebensmittelindustrie mit ihren Produkten vorführt. Weniger das Verschwimmen als vielmehr der Gegensatz von Organischem und Synthetischem ist das Thema von Anita Schreiber.

Ausgangspunkt ihrer Arbeit sind „objets trouvés“, verwitterte Furnierplatten, die aus mehreren Holzlagen bestehen. Durch zarte Lasuren zeichnet die Künstlerin Landschaften dort hinein. In den Verwitterungsspuren, der Maserung, den aufgegangenen Astlöchern des Holzfurniers, bilden sich die Naturwelten wieder ab, aus denen seine Bäume einst gewachsen sind. Doch Schreiber belässt es nicht bei dieser subtilen Referenzialität: Sie montiert ihre Werke in Rahmen aus reinweißem Styropor und verdeutlicht durch den scharfen Kontrast den Unterschied zwischen lebendiger und toter Materie. Zwischen der Imperfektion, dem Organischen, Gealterten des lebendigen Holzes und dem Inalterablen des Kunststoffs.

Besucher können sich selbst ein Bild davon machen, wie von den „Great Orchids“ der Kreiskulturpreisträgerin Birgit Beßler, deren kaligraphische Anmutung die Pflanzendarstellungen zu einem hypnotischen Vexierbild verschwimmen lassen. Oder von Alice Kaufmanns raffiniertem Spiel mit der Intimität in ihrem Triptychon (dreigeteiltes Gemälde) „Reisegarten“.

Die Ausstellung „Garten der Zukunft“ ist bis Freitag, 24. Oktober, im Offenen Atelier Quickborn, Kieler Straße 149 (12 bis 18 Uhr) zu sehen.
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erstellt am 20.Okt.2014 | 11:15 Uhr

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