zur Navigation springen

Kreis Pinneberg : Neue Aufgaben für die Kreisgesellschaft

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 21.Jan.2016 | 10:42 Uhr

Kreis Pinneberg | Die Fraktion Die Linke und Piraten hat im Verkehrsausschuss des Kreistags auf dem Kreis-Betriebshof in Moorrege mehrere Ideen präsentiert, wie sich die Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft des Kreises Pinneberg (Wep) für Flüchtlinge engagieren kann. Der Katalog war als Prüfauftrag für das kreiseigene Unternehmen und die Kreisverwaltung gedacht. Als Experte nahm Wep-Geschäftsführer Harald Schroers an der Sitzung teil.

Migranten-Seminare für Existenzgründer: Die Wep bietet Seminare für Existenzgründer an. Teilnehmer lernen etwa die Grundlagen von Geschäftsplänen, Marktanalysen und rechtlichen Bestimmungen kennen. Nun solle die Wep besonders auf Flüchtlinge zugeschnittene Angebote machen. „Es gibt sicher viele Selbständige unter den Flüchtlingen, die ihr altes Geschäft forführen wollen. Die Wep könnte die Leute fitmachen und dafür Fördermittel der EU einwerben“, sagte Sven Lange (Piraten), stellvertretender Vorsitzender der Fraktionsgemeinschaft. Schroers sagte dazu: „Wir bieten die Förderung für Gründer ausdrücklich für alle an und fokussieren bewusst nicht auf bestimmte Bevölkerungsgruppen.“

Anerkennung ausländischer Abschlüsse: Die Wep solle zudem andere Institutionen wie die Industrie- und Handelskammern (IHK) und Handwerkskammern dabei unterstützen, ausländische Berufsabschlüsse anzuerkennen. „Die fehlende Anerkennung ist besonders für viele Handwerker ein Problem“, sagte Lange. Schroers stellte dazu fest: „Das Thema ist wichtig. Besonders vor dem Hintergrund eines Fachkräftemangels. Aber die Zuständigkeit für die Anerkennung von Abschlüssen liegt, was Ausbildungsberufe angeht, zuerst bei den Kammern. Es gibt jedoch ein landesweites Netzwerk, in dem verschiedene Institutionen zusammenarbeiten.“

Bevorratung ökologischer Ausgleichsflächen: „Die Wep verfügt über erhebliche Barmittel, die auf der Bank keine Zinsen bringen. Es wäre sinnvoll, ökologische Ausgleichsflächen zu bevorraten, um Gewerbeansiedlungen zu beschleunigen“, sagte Lange. Nicht selten würde es zu einem großen „Akt“, die nötigen Flächen für ein Projekt zu finden.

Die Bevorratung von Gewerbeflächen war in der Vergangenheit immer wieder Streitthema. Zum ökologischen Ausgleich sagte Schroers: „Die Bevorratung von Ausgleichsflächen ist nur in Ausnahmefällen sinnvoll. Geeignete Flächen sind anderweitig, etwa für die Landwirtschaft,  oft nicht nutzbar. Dann haben wir gebundenes Kapital am Bein, dass wir nicht flexibel verwerten können.“ Geeigneter seien andere Flächen-Pools wie der der Landgesellschaft Schleswig-Holstein. Ein Grundproblem bleibe jedoch bestehen: Im dichtbesiedelten Kreis Pinneberg sei die Konkurrenz um Flächen stets groß. Ebenfalls auf der Agenda von Linken und Piraten stand der soziale Wohnungsbau. Dieses Thema wollen die Politiker im Laufe der kommenden Wochen erneut beraten. Die übrigen Punkte des Antrags wurden gestrichen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen