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Endlich ist es soweit : Neubürger im Kreis Pinneberg

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

74 Menschen aus 34 unterschiedlichen Ländern ließen sich gestern einbürgern. Feier im Kreishaus in Elmshorn.

shz.de von
erstellt am 25.Feb.2015 | 16:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Die Schenefelderin Jeneba Swenosen kann sich die Tränen kaum verkneifen, als sie von Landrat Oliver Stolz ihre Einbürgerungsurkunde überreicht bekommt. Seit 17 Jahren lebt die Frau aus Sierra Leone in Deutschland. Seit gestern ist sie Deutsche. „Jetzt ist es endlich soweit“, sagt sie und lächelt breit. Swenosen ist der Liebe wegen nach Deutschland gekommen und geblieben. Stolz steht ihr Mann neben ihr. Die feierliche Einbürgerung im Kreishaus macht die Bundesrepublik nun auch auf dem Papier zu Swenosens Heimat.

74 Menschen aus 34 unterschiedlichen Ländern begrüßte Landrat Stolz gestern im Kreishaus zur 50. Einbürgerungszeremonie seit 2006. Die Gründe, den Schritt zur Einbürgerung zu machen, waren dabei genauso vielfältig wie die Ursprungsländer der Männer und Frauen sowie Jungen und Mädchen. Teilweise ganze Familien, manche allein. Im Gegensatz zu Swenosen sagte etwa Agnieszka Filipel-Udegbunam, die aus Polen stammt und gemeinsam mit ihren kleinen Töchtern Lois und Trinity Joy eingebürgert wurde: „Obwohl ich aus der Europäischen Union komme, ist es doch nicht ganz dasselbe, die Einbürgerung mache ich aber vor allem der Kinder wegen.“ Begleitet von Familie, Freunden oder Bekannten erhielten sie und die anderen neuen Staatsbürger die Einbürgerungsurkunde, sowie ein deutsches Grundgesetz.

„Der Schritt, den Sie alle machen, ist verbunden mit der bewussten Entscheidung für Deutschland“, sagte Klaus Schlie (CDU), Landtagspräsident, in der Festrede. „Es ist wichtig Ihnen zu sagen, dass eine Entscheidung für die deutsche Staatsbürgerschaft keine Entscheidung gegen Ihre Herkunft ist“, so Schlie weiter. Vielmehr würden die Erfahrungen und Werte aus den Herkunftsländern in Deutschland eingebracht werden können. „Deutschland ist ein offenes und tolerantes Land“, betonte er.

Eine Stärke der deutschen Gesellschaft sei, dass Probleme offen angesprochen werden könnten. „Das ist eins der Erfolgsgeheimnisse unserer Demokratie. Ich möchte Sie ermuntern sich einzubringen“, so der Landtagspräsident.

Mit der Staatsbürgerschaft hätten die Eingebürgerten nicht nur Pflichten, sondern auch Rechte erworben. „Eins davon ist das Wahlrecht. Damit können Sie über Fragen mitentscheiden, die Sie direkt betreffen“, sagte Schlie und bat die Eingebürgerten darum, von diesem Recht Gebrauch zu machen. Außerdem forderte Schlie die Männer und Frauen dazu auf, sich in ihren Heimatgemeinden ehrenamtlich zu engagieren. „Sie können wertvolle Beiträge liefern“, sagte er.

Vertreter der neun Heimatgemeinden, in denen die neuen deutschen Staatsbürger leben, ließen es sich nicht nehmen den Neubürgern zu gratulieren. „Sie leben schon lange unter uns und Sie leben Vielfalt, das macht unser Land lebendig“, sagte Landrat Stolz, der nicht nur die Urkunden an jeden einzelnen überreichte. Ein Teil der Männerstimmen der Chorknaben Uetersen sorgte für die musikalische Gestaltung der Feier, die mit dem gemeinsamen Singen der Nationalhymne endete.

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