„Skandalöse Entscheidung“ : Nein zur Bebauung der Greve-Flächen in Halstenbek

Nein zum Aufstellungsbeschluss: Die CDU-Ratsherrn Jan Krohn (v. l.), Klaus Michaelis, Hans-Jürgen Rebenther, Jess Dulk und Andreas Pauli zogen sich vorher zu internen Beratungen zurück.
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Nein zum Aufstellungsbeschluss: Die CDU-Ratsherrn Jan Krohn (v. l.), Klaus Michaelis, Hans-Jürgen Rebenther, Jess Dulk und Andreas Pauli zogen sich vorher zu internen Beratungen zurück.

Die CDU und die Grünen stimmen gegen Gewerbe und 120 Wohnungen.

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16. Januar 2015, 13:00 Uhr

Halstenbek | Paukenschlag während der Sitzung der Bau- und Hauptausschüsse von Halstenbek: Das neu ausgehandelte Konzept für die Nutzung der brach liegenden Greve-Flächen mit kleinteiligem Gewerbe, Mischflächen und 120 Wohnungen ist vom Tisch. CDU und Grüne sagten nein, SPD und FDP stimmten dafür.

Das Areal im Besitz der AlsterCity Verwaltungsgesellschaft Hamburg am Gewerbering zwischen Eidelstedter Weg und Gärtnerstraße dürfte somit – im Verwaltungsdeutsch „raumordnerisch“ – keine Rolle mehr spielen. Höchstens als landwirtschaftliche Nutzfläche hätten sie noch eine Relevanz.

Im Rathaus herrscht Katerstimmung. Bürgermeisterin Linda Hoß-Rickmann (parteilos) ist nach eigenen Worten „hochgradig frustriert“. Sie sieht eine riesige Chance vertan, „das Riesenloch im Ergebnishaushalt – 3,5 Millionen Euro – mit nun ausbleibenden Gewerbesteuern stopfen zu können“. Hoß-Rickmann hatte seit Ende 2013 ein Verhandlungsmandat aller Parteien. „Alle waren eingebunden.“

SPD-Fraktionschef Christoph Bittner ist ebenfalls bedient: „Die SPD hat zugestimmt, weil wir für die Ansiedlung von mittelständischen, verkehrs- und emissionsarmen Betrieben sind.“ Den Kompromiss mit dem Investor, 120 Wohneinheiten zu akzeptieren, wären sie eingegangen. Der CDU wirft Bittner eine „skandalöse Fehlentscheidung“ vor.

Doch die Union bleibt hart. „Die Firma Greve ist an einem Gewerbegebiet nicht mehr interessiert, sondern sie strebt vielmehr eine renditeträchtigere Wohnbebauung an. Der ausgehandelte Kompromiss hätte eine massive Wohnbebauung mit unkalkulierbaren Folgekosten für die Gemeinde bedeutet“, so Ratsherr Andreas Pauli. Zudem fehle Rechtssicherheit.

Die Grünen standen dem Greve-Konzept von Anfang an skeptisch gegenüber. „Wohnbebauung um jeden Preis verhindern“ – mit dieser Einstellung konnte sich die Fraktion zu guter Letzt durchsetzen.

Ja zum Aufstellungsbeschluss für das Wohnungsbauprojekt des Elmshorner Wohnungsbauunternehmens Semmelhaack: Auf der Eckfläche Verbindungsweg/Heideweg können 99 Wohneinheiten gebaut werden, davon 87 als Geschosswohnungen und zwölf als Doppelhäuser. Das Grundstück ist 21.000 Quadratmeter groß und 40 Prozent der 99 Wohneinheiten sollen im Rahmen des Wohnraumförderungsgesetzes öffentlich gefördert werden. Projektentwickler Hartmut Thede freut sich auf die partnerschaftliche Zusammenarbeit, ist froh über seine Hartnäckigkeit und Geduld. Immerhin befindet sich das Grundstück seit 20 Jahren im Besitz des Bauunternehmens. In der kommenden Woche will Thede mit seinen Planern den Zeitplan festzurren. Investitionsvolumen: etwa 18 Millionen Euro.
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