„Nein“ sagen im Alltag lernen

Das Schutzkonzept wird im Alltag der 17 DRK-Kitas im Kreis gelebt. Wie das in der Einrichtung in Tornesch praktiziert wird, davon machten sich (von links) Wolfgang Krohn, Präsident des Kreisverbandes Pinneberg, Dennis Blauert und Hanne Traulsen vom Wendepunkt und die pädagogische Fachberaterin Thekla Kowalleck nun ein Bild.
Das Schutzkonzept wird im Alltag der 17 DRK-Kitas im Kreis gelebt. Wie das in der Einrichtung in Tornesch praktiziert wird, davon machten sich (von links) Wolfgang Krohn, Präsident des Kreisverbandes Pinneberg, Dennis Blauert und Hanne Traulsen vom Wendepunkt und die pädagogische Fachberaterin Thekla Kowalleck nun ein Bild.

DRK-Kitas im Kreis Pinneberg haben Konzept zum Schutz der Kinder vor Gewalt und Missbrauch überarbeitet

Avatar_shz von
04. Juni 2019, 14:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Kinder sicher vor übergriffigen Verhalten schützen – das will der DRK-Kreisverband Pinneberg mit seinem Schutzkonzept „Gemeinsam passen wir auf“ erreichen. Seit sechs Jahren ist dieses bereits in den 17 Kindertagesstätten des Trägers im Einsatz. Nun wurde es von Mitarbeitern und Experten überarbeitet und gestern in der DRK-Kita in Tornesch vorgestellt.

Zum Auftrag einer jeden Kindertagesstätte gehört es, Kinder vor Gewalt und sexuellem Missbrauch innerhalb und außerhalb der Kita zu schützen. „Das beste Schutzkonzept ist aber nur so gut, wie es tatsächlich in den Alltag einfließt“, erläuterte Thekla Kowalleck, pädagogische Fachberaterin für den DRK-Kreisverband Pinneberg. „Die Kinder lernen, ihre eigenen und die Grenzen anderer einzuhalten. Sie erleben, dass sie auch ‚Nein‘ sagen dürfen.“ Das sei wichtig, um Kinder zu schützen.

Dabei dient das Schutzkonzept den rund 300 pädagogischen Mitarbeitern als Leitfaden für die präventive Arbeit. Die bisherige Fassung wurde 2013 vom DRK-Kreisverband Pinneberg gemeinsam mit dem Verein Wendepunkt erstellt und von einer Arbeitsgruppe bestehend aus Vertretern der Kitas, der DRK-Fachberatung und dem Wendepunkt überarbeitet. Auch die DRK-Familienzentren in Quickborn und Elmshorn werden nun erstmals in das Schutzkonzept mit einbezogen.

Aus insgesamt neun Bausteinen besteht das Schutzkonzept und beinhaltet unter anderem die Punkte Personalverantwortung, Partizipation, Elternarbeit und Beschwerdemanagement. Hinzu getreten sind nun ein allgemeiner Verhaltenskodex für alle Kita-Mitarbeiter sowie eine individuelle Risikoanalyse für jede Einrichtung.

Ebenfalls neu ist ein Verfahren für die Rehabilitation von Kita-Mitarbeitern, die irrtümlich des übergriffigen Verhaltens beschuldigt wurden. Solche Fälle kommen laut Kowalleck immer wieder vor: „Der Verdacht ist schnell geäußert und kann ebenso schnell Karrieren und Leben zerstören“, sagt Kowalleck. Bestätigt sich dieser Verdacht nicht, solle der neue Handlungsplan fortan allen Beteiligten helfen, zu einem vertrauensvollem Miteinander zurückzufinden.

„Schutzkonzepte schaffen, wenn sie gut umgesetzt werden, eine Kultur des Hinsehens“, so Dennis Blauert vom Wendepunkt. Um dies zu ermöglichen, hat der gewaltpräventive Verein eine Fortbildungsreihe entwickelt, um Mitarbeiter der DRK-Kitas regelmäßig zu sexualpädagogischen Themen zu schulen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen