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Pinneberger Tageblatt

18. August 2017 | 22:40 Uhr

Naturerlebnis für alle

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Bündnis aus Stiftungen und Vereinen will beliebte Ausflugsziele im Kreis Pinneberg barrierefrei machen

Seit einem Jahr läuft das Projekt „Natur für alle im Kreis Pinneberg.“ Damit sollen als Ausflugsziel dienende Naturräume wie die Liether Kalkgrube auch für Menschen mit Handicap zugänglich gemacht werden. Gestern haben die beteiligten Projektpartner Bilanz gezogen und ihre Pläne für die kommenden drei Jahre präsentiert.

Es gibt im Kreis etliche beliebte Ausflugsziele in der Natur. Und an vielen Stellen gibt es Tafeln mit wissenschaftlich fundierten Informationen zu Flora, Fauna oder Geologie. Doch viele Wege dorthin sind für Menschen mit Behinderung nicht zu bewältigen. Und etliche Infoschilder sind nicht für alle verständlich. Während des vergangenen Jahres haben die Beteiligten fünf Naturräume untersucht. Ihr Fazit: Barrieren im Gelände sind mit geringem Aufwand zu beseitigen. Der Zugang zu den Informationen ist dagegen oft stark eingeschränkt.

Für die fünf begutachteten Naturräume haben die Partner Verbesserunsvorschläge zusammengetragen.

Liether Kalkgrube in Klein Nordende: Weg zum Versammlungsplatz auf der ersten Aussichtsplattform für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Rollator erreichbar machen; Naturführungen mit Begleitung anbieten; Zugang zum Rundweg verbreitern, Wegweiser für Gehbehinderte aufstellen, Infoblätter in einfacher Sprache anbieten, etwa in einem wetterfesten Kasten am Eingang, experimentelle Veranstaltungen anbieten.

Lehrgarten auf dem Gut Schäferhof in Appen: Rindenmulchwege rollstuhlgerecht machen; Infotafeln vereinfachen sowie Schrift und Bilder vergrößern; mehr Sinne ansprechen (riechen, tasten, schmecken); begehbaren Nistkasten schaffen; Funktionalität der Stationen wie Klanghölzer und Tastkästen verbessern.

Appener See am Gut Schäferhof: Infos zu Naturschutzprojekten anbieten; Flachwasser von großen Steinen befreien; Geländer oder andere Barrieren zum See hin errichten; Schilder zu Pflanzen und Tieren aufstellen; Suchspiel entwickeln; Grillplatz einrichten, Sehschlitze an Aussichtsplattform rollstuhlgerecht machen; Infotafeln aktualisieren.

Naturerlebnisraum Elbmarschenhaus in Haseldorf: feste Standplattform an einer historischen Schöpfschaufel anlegen; Zugang zur Wasserspirale ebnen; Stufen zur Seeplattform abschaffen; Lageplan und Hinweise für Gehbehinderte am Parkplatz anbieten; Schilder aufstellen, die Wasserpflanzen und Bebauung rund um das Elbmarschenhaus erläutern.

Wassererlebnisbereich in Hetlingen: Infotexte auf Schildern kürzen und vereinfachen; Lageplan und Infos zur Umgebung anbieten; Reliefschilder aufstellen; Schilder überdachen; Tierstimmen hörbar machen; Bänke aufstellen; Handläufe an steilen Stellen.

Außerdem soll es einen barrierefreien Naturerlebnisführer geben. Das Projekt könnte zum Modell werden. Denn auf der Agenda der Gruppe steht auch ein überregional gültiger pädagogischer Leitfaden zur Gestaltung von Naturerlebniskonzepten.

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erstellt am 26.Feb.2014 | 16:00 Uhr

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