zur Navigation springen

Naturdenkmal: Ein besonderer Schutz für besondere Bäume

vom

shz.de von
erstellt am 08.Aug.2013 | 03:14 Uhr

Kreis Pinneberg | "Auch Bäume haben ein Recht darauf, alt zu werden. Schließlich produzieren sie Sauerstoff und sind das Zuhause zahlreicher Insekten und Vögel", sagte Hans-Jürgen Raddatz von der Unteren Naturschutzbehörde gestern bei einem Ortstermin in Appen. Gemeinsam mit dem Pinneberger Naturschutzbund (Nabu)hatte die Kreisverwaltung eingeladen, um Naturdenkmäler im Kreisgebiet zu informieren. Dazu zählen 576 Bäume. Treffpunkt war eine zirka 180 Jahre alte Rotbuche - mehr als 30 Meter hoch und mit einem Stammumfang von "zirka 4,60 Metern", wie Raddatz schätzte. Denn gemessen hatte er den Stamm zuletzt vor 20 Jahren.

Die Appener Rotbuche auf dem Grundstück des Nabus ist seit 1990 als Naturdenkmal geschützt. Deswegen, weil sie bereits so alt und so groß gewachsen ist. Denn zum Naturdenkmal können Bäume dann werden, wenn sie sich von der Masse abheben - einen Stammdurchmesser von einem Meter und mehr haben, 150 Jahre und älter sind, eine seltene Form oder eine historische Bedeutung haben. "Unser Ziel ist es, dass die Naturdenkmäler ihr biologisches Höchstalter erreichen", sagte Raddatz und ergänzte, dass eine Rotbuche bis zu 400 Jahre alt werden könne. Viele Bäume würden jedoch bereits zirka 300 Jahre vorher gefällt.

Als Raddatz die Appener Rotbuche 1993 zum ersten Mal ausmessen wollte, entdeckte er dicke Nägel in ihrem Stamm. Einige Zeit später erfuhr er, dass diese von Jugendlichen eingeschlagen wurden, die sich in den Ästen ein Baumhaus errichten wollten - die Nägel sollten ihnen als Leiter in die Höhe dienen. Aus dem Baumhaus sei natürlich nichts geworden, stattdessen hätten die Jugendlichen die Aufgabe bekommen, die Nägel wieder zu entfernen und die Wunden des Baums mit Lackbalsam zu verschließen. Dieses sei geschehen und der Buche gehe es bis heute gut. Lediglich ein paar der unteren Äste sind inzwischen durch den Eigenschatten des Baumes abgestorben.

Sobald ein Baum als Naturdenkmal gilt, ist nicht nur er geschützt, sondern auch die Bodenfläche, aus der er seine Nährstoffe zieht. Die Straße neben der Rotbuche zu asphaltieren wäre aus diesem Grund unmöglich. "Aber das planen wir auch nicht", sagte Pinnebergs Nabu-Vorsitzender Uwe Langrock. Um Spaziergänger auf das Naturdenkmal aufmerksam zu machen, überreichte Raddatz ihm ein gelbes Hinweisschild. Dieses werde bald am Stamm der Buche befestigt, so Langrock.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen