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Pinneberger Tageblatt

18. August 2017 | 22:44 Uhr

Pinneberg : Nachwuchsmusiker überzeugen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Am Sonntag spielten die Preisträger des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ im Kreiskulturzentrum Drostei

Pinneberg | Bei den Kindern wächst die Nervosität. Manche prüfen noch mal ihr Instrument, klopfen mit den Händen einen Rhythmus auf ihren Oberschenkeln oder beruhigen sich, indem sie ihre Eltern bei der Hand nehmen. Halb sechs, eigentlich müsste es jetzt anfangen. Aber es sitzen noch nicht alle Zuhörer auf ihren Stühlen und ein paar Erwachsene haben immer noch ihre Jacke an und tratschen. Caspar Espelages Name steht als erstes auf dem Konzertprogramm. Der junge Trompeter steht auf, setzt sich wieder, blickt fragend in den Raum. Wann geht es endlich los?

Bei den Preisträgerkonzerten von Jugend musiziert wurden am Sonntag in der Drostei die Sieger des 53. Regionalwettbewerbs vorgestellt. Insgesamt haben 84 Kinder und Jugendliche aus den Kreisen Pinneberg, Steinburg und Segeberg an dem Wettbewerb teilgenommen. Das seien weniger als in den vergangen Jahren sagte Frank Engelke, Vorsitzender des Regionalausschusses Südholstein: „Wir merken, dass den Kindern durch die starke Einbindung in der Schule immer weniger Zeit bleibt, ein Instrument zu lernen.“ Alle Erstplatzierten des Regionalwettbewerbs über elf Jahre werden zum Landeswettbewerb in Rendsburg eingeladen.

Beim ersten Konzert stehen 14 Kinder auf der Bühne. Die ältesten sind 13 Jahre alt. Die jüngste Teilnehmerin ist die Violinistin Marit Molkenthin. Die Sechsjährige aus Halstenbek spielt das Stück „Komm, fang mich“ von Michael Goldstein mit einer bemerkenswerten Leichtfüßigkeit. Begleitet wird sie von der zehnjährigen Milena Pagel am Klavier, die kurzerhand für eine erkrankte Musikerin einspringt und damit zum einen ihr Können am Instrument, zum anderen viel Mut beweist.

Die Violine ist bei dem Konzert das am häufigsten vertretene Instrument. Doch auch die Marimba ist vertreten. Zwei Erwachsene braucht Jannis Demming, um das Instrument in den Konzertsaal zu bugsieren und auf die richtige Höhe einzustellen. Er spielt „Calechixo“ von Eckhard Kopetzki mit vier Schlegeln, die er sich zwischen die Finger klemmt. Auch Linus Demming spielt das große Schlaginstrument. Sein „Lied der Einsamen“, komponiert von Nebojsa Zivkovic, spielt er fast perfekt. Nur einmal schüttelt er kurz den Kopf, als ein falscher Ton dazwischen gerät. Hätte er das nicht gemacht, wäre der kleine Patzer wohl niemanden aufgefallen.

Insgesamt zeigt jeder Musiker, dass er die Auszeichnung im Regionalwettbewerb verdient hat. Auf der Bühne stehen kleine Virtuosen, denen man die Freude am Musizieren ansehen kann. Eine gute Entscheidung war es, das Konzert mit den jüngeren Altersklassen beginnen zu lassen, um mit den älteren zu enden. Alle beherrschen ihr Instrument, doch mit der Erfahrung der Musiker steigt auch das Verständnis, das gute Musik nicht nur aus dem Treffen der Töne besteht. Das beweisen die Violinistinnen Josefina Eggers und Judith Großklaus sowie das Gitarren-Ensemble Miika Wontka und Leo Voß ganz deutlich. Sie verstehen es in ihr Spiel Leidenschaft hineinzulegen.

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erstellt am 23.Feb.2016 | 16:00 Uhr

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