„Nachschlag“ naht

Hypo Real Estate: Richter schlägt Vergleich vor

shz.de von
07. Februar 2014, 16:36 Uhr

Die verstaatlichte Immobilienbank Hypo Real Estate muss sich auf hohe Schadenersatzzahlungen an ihre ehemaligen Aktionäre einstellen. Im Musterprozess um eine Entschädigung für Kursverluste vor dem Oberlandesgericht München legte der Vorsitzende Richter Guido Kotschy dem Unternehmen einen Vergleich mit den Aktionären nahe. „Die Fakten sprechen eine starke Sprache“, sagte er gestern. Nach Einschätzung des Gerichts wusste das Unternehmen bereits im November 2007 von Belastungen aus der US-Finanzkrise, informierte die Anleger aber erst im Januar 2008 darüber. „Es stellt sich die Frage, ob nicht hier schon eine Ad Hoc (Mitteilung) hätte erfolgen müssen.“

Kotschy empfahl der Hypo Real Estate einen „beherzten Schritt“ nach vorn. „Wir sind der Auffassung, dass es hilfreich wäre.“ Beide Seiten haben nun bis Mitte März Zeit für Stellungnahmen. Danach soll der Prozess im Mai fortgesetzt werden. Da die Bank seit der Notverstaatlichung im Jahr 2009 im Staatsbesitz ist, würde der Schadenersatz letztlich die Steuerzahler in Deutschland belasten. Ein Sprecher des Unternehmens äußerte sich nicht dazu.

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