"Nachgefragt" bei Hans-Helmut-Birke

Hans-Helmut Birke. Koch
Hans-Helmut Birke. Koch

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07. Mai 2013, 01:14 Uhr

Kreis Pinneberg | In der Serie "Nachgefragt" spricht die Redaktion dieser Zeitung mit den Spitzenkandidaten für die Kreistagswahl am Sonntag, 26. Mai. Heute kommt der Fraktionsvorsitzende der SPD zu Wort: Hans-Helmut Birke. Das Urgestein der Sozialdemokraten im Kreis Pinneberg kann über die Satiresendung "Neues aus der Anstalt" lachen - nicht nur, weil ihm substanzloses Politikgeschwätz zornig macht.

Welche Eigenschaften muss ein Kreistagsmitglied haben?

Die Bereitschaft, mit hohem zeitlichen Aufwand und Ausdauer engagiert und gemeinsam mit Gleichgesinnten die politischen Ziele seiner Partei oder Vereinigung den Bürgern zu vermitteln und um mehrheitliche Zustimmung in der Öffentlichkeit und im Kreistag werben.

Welche nicht?

Überheblichkeit, statt Respekt und Toleranz im alltäglichen politischen Umgang - Opportunismus, wenn politische Standfestigkeit gefragt ist. Leere Versprechungen, wenn es darum geht, sein politisches Fähnchen in den Wind zu hängen, der gerade weht.

Was macht Sie zornig?

Substanzloses Politikgeschwätz.

Worüber können Sie lachen?

Über jeden guten Witz - über einen gelungenen Gag und eine treffende Charakterisierung von Angela Merkel in der Satiresendung "Neues aus der Anstalt".

Wie lautet Ihr Lebensmotto?

Mein Leben hat kein spezielles Motto.

Was ist Ihr größtes Talent?

Die Frage habe ich mir noch nie gestellt und kann eigentlich nur versichern, dass ich weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft die Absicht habe oder hatte, mich bei der Sendung "Deutschland sucht den Superstar" zu bewerben.

Was ist Ihr größtes Laster?

Das hat sich gerade erledigt: Habe mir nach 53 Jahren das Rauchen abgewöhnt.

Wofür haben Sie Ihren letzten Strafzettel kassiert?

Überschreitung der Parkzeit vor dem Elmshorner Rathaus.

Welche Hobbies haben Sie?

Wenn es die Zeit erlaubt, koche ich gern für meine Familie.

Welches Buch lesen Sie gerade?

Tiziano Terzani: Asien mein Leben - und Scholl-Latour: Tod im Reisfeld.

Was ist Ihr Lieblingsessen?

Eisbein mit Sauerkraut.

Bei welchem historischen Ereignis wären Sie gern dabei gewesen?

In Berlin - unmittelbar beim Fall der Mauer am Abend des 9. Novembers 1989.

Welchen Berufswunsch hatten Sie mit 18 Jahren?

Geschäftsführer eines großen Sanitärgroßhandels, bei dem ich in der kaufmännischen Lehre war.

Treiben Sie Sport?

Nein.

Welchem Fußballverein drücken Sie die Daumen?

Dem HSV - aber Daumen drücken ist zuviel gesagt: Ich verfolge mit Interesse seine sportliche Entwicklung.

Welchen Film haben Sie zuletzt im Kino gesehen?

007: Skyfall.

Rock, Oper, Jazz oder Hip-Hop: Welche Musikrichtung bevorzugen Sie?

Oldtime Jazz.

Waren Sie in der Schule ein Streber oder ein Klassenclown?

Wegen mangelnder Fähigkeiten weder das Eine noch das Andere.

Was ist Ihr liebstes Reiseziel?

Die griechische Insel Kreta und die Bretagne an der französische Atlantikküste sind ständige Konkurrenten um das liebste Reiseziel.

An welchem Ort fühlen Sie sich im Kreis Pinneberg am wohlsten?

Kommt immer auf die Stimmungslage an: Abschalten und Entspannen kann ich gut am Krückkausperrwerk mit Blick auf die Elbe.

Wenn Sie allein entscheiden könnten: Welches Gesetz würden Sie sofort abschaffen?

Spontan fällt mir da kein Gesetz ein, das ich vollständig abschaffen würde - ändern viele, unter anderem das Parteienfinanzierungsgesetz, das die NPD immer noch mit Steuergeldern bezuschusst.

Was war das bedeutendste Ereignis für die Region in der zurückliegenden Wahlperiode?

Die Menschenkette auch durch den Kreis Pinneberg, mit der gegen die Verlängerung der Laufzeit der Atomkraftwerke protestiert wurde. Ein Baustein, der die Merkel-Regierung zum Ausstieg aus der Atomenergie zwang.

Welche Eigenschaft hätten Sie gern von einem Ihrer Mitbewerber um das Mandat?

Fairness in der politischen Auseinandersetzung und Toleranz gegenüber der Meinungsvielfalt im Erreichen politischer Ziele, die sich im Grundkonsens unseres demokratischen Gemeinwesens bewegen.

Was mögen Sie am Kreis Pinneberg besonders?

Seine landschaftliche Vielfalt, sowohl in seiner mehr städtisch geprägten Struktur wie in seinen Naturlandschaften vom Rand der Elbe über die Marsch bis zur Geest. Und seine Nähe zu Hamburg - wer das "Großstadtfeeling" braucht, hat es vor der Haustür.

Was ist Ihr größter Wunsch für den Kreis Pinneberg?

In unserem Kreis leben viele Menschen aus unterschiedlichen Kulturen, sozialer Herkunft, unterschiedlicher Hautfarbe und religiöser Zugehörigkeit - ein friedliches Zusammenleben mit wechselseitiger Toleranz und respektvollem Umgang miteinander - das ist mein größter Wunsch - nicht nur für den Kreis Pinneberg

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