Pinneberg : Nach Querelen und Rücktritten: Neue Chefs beim Forum Theater

Beleuchtung ist fürs Theater unerlässlich. Wo die Scheinwerfer des Forum Theaters künftig stehen, ist derzeit unklar. Hans Molenda (links) und Andreas Hettwer hoffen, dass Bestrebungen, die Ernst-Paasch-Halle zu einem Kulturzentrum umzufunktionieren, zum Erfolg führen.
Beleuchtung ist fürs Theater unerlässlich. Wo die Scheinwerfer des Forum Theaters künftig stehen, ist derzeit unklar. Hans Molenda (links) und Andreas Hettwer hoffen, dass Bestrebungen, die Ernst-Paasch-Halle zu einem Kulturzentrum umzufunktionieren, zum Erfolg führen.

Andreas Hettwer will den Verein in eine sichere Zukunft führen. Spielort ab Mitte 2015 unklar.

shz.de von
20. Januar 2015, 12:00 Uhr

Pinneberg | Pinnebergs Forum Theater ist knapp an einer Vereinskrise vorbeigeschlittert. Nach dem Rücktritt von vier Vorstandsmitgliedern hat sich eine neue Führungsriege gefunden. Mit Andreas Hettwer steht ein neuer Chef am Ruder. Einer, der die Vergangenheit abhaken und nach vorn schauen will. „Wir orientieren uns in die Zukunft, wollen diesen Verein am Leben erhalten“, so Hettwer. Er spüre das Vertrauen der Mitglieder, sei ohne Gegenstimme gewählt worden. Zum Stellvertreter Hettwers wurde Hans Molenda ernannt.

Daraus, dass Querelen im Verein den Ausschlag für Vorstandsrücktritte gaben, macht Hettwer kein Geheimnis. Die frühere Führungsriege um den Vorsitzenden Thore Klink habe sich „von einigen Mitgliedern nicht respektvoll behandelt gefühlt“, sagt Hettwer.

Reinhard Matthies war bis vor Kurzem stellvertretender Vereinschef. Neben dem Vorsitzenden Klink hat auch er hingeworfen. Matthies spricht von „mangelndem Vertrauen“ und fehlendem Rückhalt. Groß nachtreten will er jedoch nicht. „Wir werden weiterhin für den Verein da sein“, so Matthies. „Es muss jetzt darum gehen, die Zukunft des Theaters zu sichern.“ Er hoffe, dass Pläne, aus der Ernst-Paasch-Halle ein Kulturzentrum zu machen, in die Tat umgesetzt werden könnten. „Das ist das zentrale Thema des Jahres 2015.“

Mit dem 47-jährigen Softwareberater Hettwer an der Spitze geht das für anspruchsvolle Produktionen bekannte Forum Theater in eine ganz besondere Spielzeit. Am 22. Februar vor genau 20 Jahren war der Theaterverein aus der Taufe gehoben worden. Für diesen Stichtag ist ein öffentlicher Festakt geplant – in der Paasch-Halle an der Lindenstraße, deren Zukunft als Spielstätte noch offen ist. „Bis Mai haben wir die Zusage, dort bleiben zu dürfen. Wo unsere Stücke im Herbst zur Aufführung gebracht werden, ist nicht klar“, so Hettwer.

Räume gesucht

Ebenfalls ungewiss ist, wo das Forum Theater künftig seinen bislang ebenfalls an der Lindenstraße gelagerten Fundus unterbringt. „Wir suchen dringend einen möglichst ebenerdigen, trockenen Raum“, sagt Molenda. Optimal sei der Standort Pinneberg, aber auch das nahe Umland komme in Frage.

Aktuell zählt der Theaterverein 100 Mitglieder, darunter 40 Aktive und 16 Kinder. Seit der Gründung im Jahr 1995 schulterten die Mimen 94 verschiedene Produktionen. In Erinnerung geblieben sind vielen Kulturfreunden aufwändige Open-Air-Aufführungen vor der Drostei. Im 20. Jahr bringt das Ensemble mit „Honigmond“, „Außer Kontrolle“, „Die bessere Hälfte“ sowie „Die fremde Stadt“ vier Stücke auf die Bühne. Welches Weihnachtsmärchen die Kindergruppe einstudiert, ist noch nicht klar. So wenig wie die Frage, wo gespielt wird. Hettwer: „Wir werden jedenfalls alles tun, eine Lösung zu finden.“

Pinnebergs Amateurtheater blicken in eine ungewisse Zukunft. In der Kreisstadt herrscht Mangel an Spielstätten. Es gibt Bestrebungen, die bislang vom Forum Theater genutzte Ernst-Paasch-Halle an der Lindenstraße von einer Sporthalle zu einem Kulturzentrum umzubauen – doch das kostet voraussichtlich hunderttausende Euro. Aktuell formiert sich ein Förderverein, der den Betrieb eines Kulturzentrums unterstützen könnte. Sollte die Umwandlung der Paasch-Halle scheitern, käme das Jugendzentrum „Geschwister-Scholl-Haus“ als Spielort in Frage. Auch die neue Aula der in Bau befindlichen Kreisberufsschule könnte Theatern eine neue Heimat bieten.
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