Abfallpläne : Nach Protest: Beratung über Abfallfibel im Kreis Pinneberg

Landrat Oliver Stolz (links) und Marko Hoffmann, Leiter des Bürgerservice, hatten die neue Abfallfibel präsentiert.
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Landrat Oliver Stolz (links) und Marko Hoffmann, Leiter des Bürgerservice, hatten die neue Abfallfibel präsentiert.

Kreisverwaltung wird im Ausschuss Beweggründe für geplante Umfang-Reduzierung erläutern. Der Abfuhrplan bleibt erhalten.

shz.de von
23. Januar 2018, 14:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Damit hatte die Kreisverwaltung nicht gerechnet: Es hagelte Kritik von Bürgern und Politikern am geplanten Aus der Abfallfibel. Nun hat das Thema Abfallfibel ein Nachspiel im Ausschuss für Umwelt, Sicherheit und Ordnung.

Außer einzelnen Bürgern hatten vor allem die Pinneberger SPD und Pinnebergs Bürgermeisterin Urte Steinberg gegen die Einstellung der Fibel gewettert. Eine komplette Einstellung sei hingegen nie geplant gewesen, hatte Kreissprecher Oliver Carstens versichert. Vor allem auf die Abfallpläne hatten viele Bürger nicht verzichten wollen. „Obwohl auf der Seite 3 der neuen Fibel eindeutige Erläuterungen zu den geplanten Veränderungen gegeben wurden, entstand vereinzelt der Eindruck, dass die Abfallinfos und regionalen Abfuhrpläne schon 2019 nicht mehr in die Briefkästen der Haushalte gelangen sollen“, stellt der Kreis in einer Vorlage für die Ausschusssitzung am 25. Januar klar.

Abgespeckte Form der Fibel

Geplant ist laut Kreis künftig allerdings eine abgespeckte Form der Fibel. Denkbar sei ein gefalztes DIN-A3-Blatt sowie ein regionaler Abfuhrplan. „Wir werden in den kommenden zwei Jahren beobachten, wie die Reaktionen auf die abgespeckte Form der Information ausfällt und entsprechend reagieren, wenn sich herausstellt, dass dies nicht der richtige Weg ist“, so Marko Hoffmann vom Team Abfall der Kreisverwaltung.

Die Gründe für das Vorhaben, die Fibel abzuspecken, sind laut Kreis vielfältig: Zunehmende Nutzung der Homepage pi-abfall.de für Informationen und Abruf der Abfuhrtermine; neue Möglichkeiten im Bereich der individuellen Bereitstellung/Erinnerung an die verschiedenen Entsorgungstermine, wie Apps; die Beobachtung, dass in vielen Mehrfamilienhäusern in den Städten des Kreisgebiets die Abfallfibel ungelesen im Altpapier oder Restmüll landet und der Abfuhrplan dort eigentlich nicht benötigt wird; permanente Schwierigkeiten in Zusammenarbeit mit der Post und der aufwendigen Logistik, die über 20 Regionalausgaben der Abfuhrpläne richtig zuzustellen.

Ein wesentlicher Grund waren allerdings auch die Kosten. Mit etwa 50 Cent pro Fibel für Erstellung, Druck und Verteilung kalkuliert der Kreis. Insgesamt kostet die Abfallfibel den Kreis jährlich rund 60 000 Euro. Diese Summe ist seit Jahren annähernd konstant. Da jedoch immer mehr Menschen das Internetangebot des Kreises nutzen und dieses deshalb ständig verbessert wird, steigen in dem Bereich die Kosten. Etwa 12 000 Euro waren es im vergangenen Jahr. 2014 waren es nur 5000 Euro. Um die Gesamtbelastung des Etats nicht ausufern zu lassen, möchte der Kreis die Kosten für die Fibel reduzieren.

„Zumindest in Schleswig-Holstein sind wir einer der letzten Kreise, die noch eine Abfallfibel, also so umfänglich Infos an alle Haushalte verteilen“, erläutert Hoffmann. Im Kreis Segeberg werde beispielsweise ein Faltblatt verteilt, das weitaus weniger Gewicht als die Abfallfibel hat. Je weniger Gewicht, desto geringer die Kosten. Wie es genau mit der Abfallfibel in Zukunft weitergeht, sei offen, so Hoffmann. Es müsse aber niemand auf den Abfuhrplan verzichten, bekräftigt er.

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