Strassenglätte : Nach extremer Glätte im Kreis Pinneberg: 40 Menschen verletzt

Achtung, Rutschtgefahr! Die Eisglätte im Norden brachte einige Fußgänger zu Fall.

Achtung, Rutschtgefahr! Die Eisglätte im Norden brachte einige Fußgänger zu Fall.

Acht Menschen wurden schwer verletzt und mussten zum Teil in den Regio-Kliniken operiert werden.

shz.de von
06. März 2018, 10:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Die Gefahr kam nachts – und sie war nicht zu hören: Regen, der die Straßen nach tagelangem Frost in spiegelglatte Pisten verwandelte. Doch die Autofahrer im Kreis Pinneberg waren auf der Hut: Es gab kaum Unfälle. Schlimmer dran waren die Fußgänger. In den Regio-Kliniken mussten rund 40 Patienten behandelt werden, die sich als Folge der Glätte verletzt hatten; aus Sorge um die Gesundheit der Mitarbeiter wurde am Montag kein Müll abgeholt.

„Wir hatten vorsorglich bereits gestreut und sind dann gegen 2 Uhr nochmal gefahren“, berichtete Martin Hartmann, Leiter der Straßenmeisterei Elmshorn, die für die Autobahn 23 zuständig ist. In den Städten kümmerte sich der örtliche Bauhof um die Beseitigung der Straßenglätte. Doch die Nebenstraßen blieben lange glatt. Besonders schlimm war es auf den Fußwegen. Eben dort stehen die Mülltonnen. „Zu gefährlich für unsere Kollegen“, fanden die Betriebsleiter der im Kreis Pinneberg beauftragten Abfuhrunternehmen. Sie entschieden deshalb, dass die Müllabfuhr gestern komplett ausfällt und kein Fahrzeug den Betriebshof verlässt. „Sonst hätte es bestimmt drei bis vier Knochenbrüche gegeben“, sagte Marko Hoffmann von der Kreisverwaltung.

Prellungen und Knochenbrüche

Die Sorge war berechtigt. In den Regio-Kliniken war viel zu tun. „Um 6.13 Uhr wurde der erste Patient wegen eines glatteisbedingten Sturzes aufgenommen“, sagte Sven Hartmann, Leiter der Zentralen Notaufnahme der Regio-Kliniken. Dann ging es Schlag auf Schlag: Insgesamt kamen rund 40 Patienten mit glatteisbedingten Verletzungen in die Notaufnahme. Meist hatten sie Prellungen und Knochenbrüche. Acht Patienten wurden schwer verletzt. Sie mussten zum Teil operiert werden.

Dass Montag kein Müll abgeholt wurde, hat für die Bürger kaum Auswirkungen: Die Abholung verschiebt sich lediglich um einen Tag.

Wie glatt es teilweise auf den Straßen war, erfuhr der Fahrer eines Streufahrzeugs in Uetersen. Das Fahrzeug geriet wegen der Glätte gegen einen Kantstein. Der Fahrer wurde leicht verletzt, das Streufahrzeug musste in die Werkstatt. Darüberhinaus blieb es bei kleinen Blechschäden, wie in Klein Nordende. Dort rutschte ein Mann mit seinem Auto gegen eine Laterne.

In Hamburg stürzten mehr als 40 Fußgänger und Fahrradfahrer. Einige zogen sich dabei Knochenbrüche oder Kopfverletzungen zu, teilte die Feuerwehr am Montag mit. Auch in den kommenden Tagen soll es Niederschläge und nachts Frost geben.

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