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Verabschiedung : Nach 43 Jahren geht Wilfried Hans in den Ruhestand

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Wilfried Hans, ehemaliger Bürgermeister von Prisdorf ist nun auch ehemaliger kaufmännischer Vorstand der Großstadt−Mission.

shz.de von
erstellt am 04.Okt.2017 | 16:10 Uhr

Prisdorf/Hamburg | Tosender Applaus in der Altonaer Kulturkirche, das Publikum hat sich von den Bänken erhoben. Wilfried Hans, ehemaliger Bürgermeister von Prisdorf und ab diesem Moment auch ehemaliger kaufmännischer Vorstand der Großstadt−Mission, senkt demütig das Haupt. Hinter Hans und dem applaudierenden Publikum liegt ein mehr als zweistündiger Festgottesdienst voller berührender Ansprachen und Lob, in dessen Rahmen Hans seines Amtes nach 43 Jahren entpflichtet wurde.

„Ich weiß nicht, was ich sagen soll“, sagte Hans, als er nach langen Minuten des Beifalls zu Wort kommt. „Mich überwältigt das doch alles, dabei hatte ich noch gedacht, über die zwei Stunden kommst Du schon irgendwie,“ sagt er. Mit welch großer Verbundenheit und Dankbarkeit die Mitarbeiter, Kollegen und Wegbegleiter ihren Ehrenmann gefeiert haben, blieb auch außenstehenden Gästen kaum verborgen. Das empfand offenbar auch Hans so: „Der Ruhestand ist nicht das Ende der beruflichen Karriere, sondern die Krönung,“ erläutert er – das hätten die vielen Redebeiträge deutlich gemacht.

Kummerfelds ehemaliger Pastor Christian Affelt hielt die Predigt zu Ehren Hans’ und stellte sie unter das Motto von dessen Taufspruch: „,Und er zog seine Straße fröhlich’ – diesen Taufspruch haben Deine Eltern für Dich ausgesucht, und konnten noch nicht wissen, dass dies auch dein Lebensmotto werden würde“, sagte der Pastor. Er berichtete, wie Hans als Zivildienstleistender in der Prisdorfer Einrichtung der Großstadtmission angefangen hatte, wie er bereits damals besonderes Interesse gehabt habe, für die Menschen am Rande der Gesellschaft. Er erinnerte an Hans’ christliche Einstellung und seine Identifikation mit der Aussage: „Bei Gott gibt es keine hoffnungslosen Fälle.“ Er erinnerte aber auch an die Ernüchterung, die Hans dann erfuhr, als er in der Verwaltung anfing und den Notwendigkeiten eines Bürojobs mit Finanzplanung begegnete. Ihm sei es jedoch gelungen, wirtschaftliches Handeln und den Bedarf der Menschen in Einklang zu bringen. Nun aber ginge diese Zeit zu Ende: „Gott setzt einen Doppelpunkt. Jetzt kommt etwas Neues.“

Neu ins Amt in der Großstadtmission treten Tanya Tiedemann (46) als pädagogischer und David Sills (45) als kaufmännischer Vorstand. „Wir – das sind die Neuen. Wir dürfen das gut bestellte Feld der Großstadtmission jetzt weiter beackern“, sagte Tiedemann bei ihrer Ansprache und Sills ließ verlauten: „Wir müssen uns neu sortieren. Du hast eine große Lücke hinterlassen.“ Auch er lobte, wie gut Hans die Großstadtmission übergeben habe. Im Gespräch mit unserer Zeitung sagte er, es gelte hier kein Krisenmanagement zu betreiben, sondern alles sei so wunderbar geführt, dass er Zeit habe, sich in aller Ruhe einzuarbeiten. Doch Sills betonte auch, er werde versuchen, sich auf seine eigenen Stärken zu besinnen in seinem neuen Amt, denn: „Ich bin nicht er. “

Die Gäste erhoben sich zu minutemlangem Applaus.
Die Gäste erhoben sich zu minutemlangem Applaus.
 

Wie groß die Fußstapfen sind, in die Sills als direkter Nachfolger Hans treten muss, zeigten einige Zitate der Mitarbeite, die eigens für diese Verabschiedung auch einen Chor gebildet hatten. Da hieß es unter anderem über ihn, er sei „ein Chef ohne Chefallüren, freundlich und fair“, er sei „durch und durch zuverlässig“, „ein Ermöglicher“, er habe die Großstadtmission durch „Krisen und Stürme geführt, sie zu dem gemacht, was er heute ist“ – ihm sei eine Lotsenfunktion zugekommen. Eine Lotsenmütze und eine Kiste guten Bieres bekam er dann auch zum Abschied geschenkt. Weitere Redner, deren Worte nicht minder eindrucksvoll Hans Lebensleistung beschrieben, waren unter anderem Stefan Rehm, Leiter des Diakonischen Werks Hamburg, und Landespastor Heiko Nass. Letzterer lobte die sozialen Kompetenzen des Geehrten: „Zu ihm konnte man unsere schrägsten Zivis schicken“, und erntete Gelächter. Rehm sagte: „Der Geschäftsmann, der nur das Finanzielle im Blick hat, warst Du nie.Und dennoch ist die Großstadtmission dank Dir heute so gut aufgestellt, dass Du guten Gewissens loslassen kannst.“

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